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Der Labgesang                                                           

Volkskundler Dr. Hans Haid aus dem Ötztal schreibt über den Labgesang beim Käsemachen im Alpenraum:

Der appenzellerische Labgesang wird bis über eine halbe Stunde mit beständigen Veränderungen gesungen...
Dieser Gesang ist so alt wie die Hirten selbst...
Daher sieht man bei diesem Gesang gar keine Bewegung des Kinnladens und ihrer Muskeln, daher haben diese Töne fast nichts ähnliches mit denen, welche sonst aus der menschlichen Kehle zu hören gewohnt sind...
Der Bruch wurde durch einen speziellen Gesang, gesungen vom gesamten Alppersonal, den Labgesang hervorgerufen. Von Anfang an, beim ersten Aufflammen des Feuers, bis zum Eindicken erklangen diese meditativen Klänge in den verrauchten Sennten.Den überraschenden Schluss fand das Jacobikäsen mit einem kurzen, höchst konzentrierten, schrillen Schrei, ähnlich dem japanischen Ki-ai. Bei diesem Schrei zerbrach die Masse zur richtigen Korngröße und konnte gleich ausgezogen werden.


Quelle: Hans Haid - Mythen der Alpen