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Element LUFT: Den Alltag verlassen
Der Geist des Berges


Die Berggeister können für die Alpenbewohner wahrhaftige Lehrmeister sein. Die Kraft der Berge erfahre ich in ihrer Magie und Mystik.
Aber wer oder was sind die Geister der Berge?
Die Alpen sind die Altäre Europas - so bezeichnete sie ein Schamane, der zwischen seiner Tiroler Heimat und Südamerika pendelt.
In der Mythologie über alpine Berggeister finden sich u.a. der Alperer und die Winterbrentlerin . Die Inhalte jener Sagen gleichen sich, scheinen fast identisch zu sein. Es wird von beiden berichtet, dass sie nach dem Almjahr im Herbst auf die von den SennerInnen verlassenen Almhütten zurückkehren und wieder ihr Reich einnehmen. Und dort sollte man/frau sie besser in Ruhe lassen, sonst reagieren sie wütend und vertreiben die ungebetenen Gäste. Diese Sagen weisen auch darauf hin, dass Berggeister (siehe Alperer) die von den Almbewohnern übers Jahr begangenen Untaten, Sünden von ihnen aufnehmen und transformieren. Hier wird ihr beschützender und hilfreicher Charakter deutlich.
Während in früheren Zeiten die Berggeister nach dem Almjahr tatsächlich wieder ihre Ruhe in ihrem Reich fanden, hat sich seit Beginn des Massenbergsports einiges verändert. Tourengeher, Snowboarder, Paraglider und Mountainbiker haben die letzten Bastionen der Berggeister erobert. Wo und wann gönnt ihnen der Mensch noch Ruhe? Die Natur nimmt sich wieder was sie braucht; der Klimawandel macht auch vor den Alpen nicht halt und auch künstliche Beschneiungsanlagen werden den Rückzug der Wintergeister nicht aufhalten. Zunahme von Felsstürzen sind die Folge durch den brüchig gewordenen Stein. Leere Hotelzimmer in den überdimensionierten Sport- und Wellnessresorts sind die Konsequenz.
Die Mythologie der genannten Berggeister beschreibt eine Art Polarität der Alpen . Während der Alperer vor allem südlich des Wendelsteins im bayerischen Raum und im Tiroler Raum wirkt, so erscheint die Winterbrentlerin in Kärnten. Geomantisch bedeutet dies:
Der nördliche Alpenhauptkamm besitzt eine männliche Kraft und der südliche Alpenhauptkamm eine weibliche Kraft.
Die Geister der Berge lassen sich unterscheiden nach Alter, Aussehen, Charakter und ihrer Lebens-Aufgabe.
Alter:
Die Auffaltung der Alpen wurde vor 30-35 Millionen Jahren abgeschlossen - und damit ihre Kindheit. In der Geologie wird von einem erdgeschichtlich jugendlichen Alter der Alpen gesprochen. Die Berggeister erscheinen aber als inzwischen ausgereifte Entitäten - als Methusalems der Naturwesenheiten. Die menschlichen Alpenbewohner suchten den Kontakt zu den Berggeistern und der Erd-/Bergmutter schon in vorgeschichtlichen Zeiten. Die alpinen Felsritzungen und Felszeichnungen (Petroglyphen) sowie alpine Steinkreise geben davon Zeugnis.
Aussehen:
Jeder Berg, jeder Gebirgsstock der Alpen ist einzigartig - allerdings können sie Zwillinge besitzen (Beispiel: Herzform von Untersberg und Uluru), die in Resonanz stehen und neben ihrer Form auch einen ähnlichen Charakter und Lebensaufgabe haben.
Charakter:
Meist äußert er sich schon in seiner äußeren Form - kann lieblich und freundlich oder wild und unnahbar erscheinen.
Lebens-Aufgabe:
Die Sagenwelt jedes Alpenberges eröffnet uns den Zugang zum Charakter seines Geistes.

Als Beispiel für einen großen Berggeist der Alpen möchte ich den Untersberg bieten. Sein Aussehen bietet 2 Seiten:
die waldreiche, gefaltete, grüne, kalte und dunkle Nord-Seite und
die felsige, steilwandige, warme und lichte Süd-Seite.
Er erscheint als Abbild der Erdmutter, die sich in dieser Region im Brauchtum und in der Mythologie als Percht mit ihren 2 Gesichtern verkörpert hat:
die Schiachpercht und die Schönpercht.
Der Dalai Lama hat ihn als ein Herzchakra der Erde bezeichnet und damit seinen Charakter offenbart: Herzensenergie, die Kraft der Liebe.
Dies wird durch die Mythen der segenbringenden, beschützenden Drei Wildfrauen (Aspekte der Erd- und Bergmutter), seiner Schätze und den Untersbergmandl betont. (Der Untersberg-Bethruf))

Wie können wir nun jenen Berggeistern begegnen?
Werden sie beim einfachen Bergsteigen oder Bergwandern bereits erfahrbar und/oder sichtbar?

Meditatives Wandern, Kraftwandern ermöglichen jenen Zugang zur Anderswelt der Berge. Schamanische Arbeit mit Steinsetzungen (Steinmandl, Steinkreise) oder das Zelebrieren der alpinen Durchkriechkulte, rituelle Feuer und Räucherungen zu Jahreskreisfesten und anderen Anlässen, Einkehr in den Bauch von Mutter Erde (Höhlen), Studium der alpinen Mythologie, Jodeln und Betrufe, Gespräche mit den Quellen, Bäumen und Kräutern, Gebete ...
Es gibt viele Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit den Berggeistern.

 

Erde mein Körper
Wasser mein Blut
Luft mein Atem
Feuer mein Geist

Diese Seite ist ein Auszug aus meinem Buch