Zur Dokumentation und Bewußtmachung
unseres reichhaltigen alpinen Kult-Reperoires:




DurchkriechbrĂ€uche bei Spaltfelsen:                                    Initiation und Heilung
Steinkreise und Steinmandl:                                                  Medizin und Meditation
Höhlen:                                                                                  Verbindung mit der Erdmutter und den Ahnen
Quellen:                                                                                 (Heil-) Wasser schöpfen an den UrsprĂŒngen
Feuer:                                                                                     den Jahreskreis leben und als Mahnung
RĂ€uchern:                                                                              Reinigen und Segnen
Berge:                                                                                   Pilgern und Einkehren
Sonnenaugen:                                                                       mit der Natur im Einklang sein

All diese Begriffe stehen fĂŒr eine uralte alpine Kult-Tradition, die mehr oder weniger stark gelebt wird.
Ich erhebe hiermit keinen Anspruch auf VollstÀndigkeit!

DurchkriechbrÀuche bei Spaltfelsen: Initiation und Heilung

Die magischen Spaltfelsen finden wir ĂŒberall im Alpenraum und sie gehören zu den noch heute aktiven Kulten. Oft hat sich die "Amtskirche" ihrer Kraft bemĂ€chtigt, da ihr Einfluss auf die Menschen der Umgebung nicht zu brechen war (z.B. die Wilhelmskapelle und der Fagerstein bei St. Koloman, die Kirche mit der schwarzen (!) Madonna und der Klobenstein bei Schleching/Kössen, St. Wolfgang bei Altenmarkt mit seinem zum Altartisch umgewandelten Durchschlupffelsen und nicht zuletzt die Höhlenkirche am Falkenstein). Die angefĂŒhrten Beispiele gehören zu den bedeutenden Kraftorten und KultplĂ€tzen unserer Alpenheimat. Noch heute werden diese alten Kulte praktiziert und es geschehen dort sogenannte "Wunder".
Ich selber habe auch in der schamanischen Arbeit viele Erfahrungen mit Spaltfelsen gemacht. Ihre Energiespuren lassen sich oft sogar durch digitale Fotografien festhalten oder sind auf andere Weise messbar (Kompass: verÀndertes Erdmagnetfeld, Pendel: starke AusschlÀge).
Spaltfelsen eignen sich insbesondere fĂŒr Rituale in der Dunkelheit, die dann durch (Voll-)Mondlicht, Kerzen oder Fackeln verstĂ€rkt werden.
Die Anwendungsmöglichkeiten der Spaltfelsen sind sehr vielseitig. Ich weise in meinen VortrÀgen immer wieder darauf hin.

Steinkreise und Steinmandl: Medizin und Meditation

In der Geomantie werden Steinsetzungen als Lithopunktur bezeichnet, also eine Art Akupunktur der Erde mit Steinen. Und gerade hier sollte Bedachtsamkeit geĂŒbt werden - natĂŒrlich gilt das fĂŒr alle beschriebenen Kulte! Denn diese "Bauwerke" haben ihre Wirkung auf die Erbauer wie auf die Erde selbst.
Steinkreise werden erst in unserer Zeit wiederentdeckt. Ich möchte hier insbesondere den Steinkreis am BĂŒrserberg (Vorarlberg) erwĂ€hnen oder die Funde in großer Höhe im Ötztal oder in den ligurischen Alpen. Jene Kreise tragen die Symbolik des Lebensrads, des ewigen Kreislaufs der Schöpfung in sich und finden wir in vielen Kulturen wieder - aber auch unserer eigenen, der keltischen - das Keltenrad.
Am bekanntesten ist die rituelle Arbeit mit jenem Lebenskreis im Medizinrad der nordamerikanischen Natives. Doch inzwischen finden wir auch im Alpenraum den "Medizinradkult" wieder (z.B. zum 15. August am Untersberg). Diesen Kreis aus Steinen zu legen ist eine Art Erdmeditation und zugleich eine Erdmedizin. Die Erbauer begeben sich wĂ€hrenddessen in einen anderen Bewußtsseinszustand. Es wird viel gesungen, getönt, gebetet. Man/frau spĂŒrt mit jedem zusĂ€tzlichen Stein die sich aufbauende Energie. Bereits das "Finden" der Steine gehört zu den besonderen Erlebnissen eines solchen Tages.

Auch die Steinmandl, die in ihrer Geschichte zu Wegmarkierung degradiert wurden, bekommen heute wieder ihren Kultstatus zurĂŒck. Der "Steinmandlwald" in der NĂ€he der Gudenushöhle (Waldviertel) oder bei der "Irlmaier-Madonna" in der Almbachklamm sind Zeichen jener Entwicklung. Steinmandl sind schon im eigenen Garten einfach zu erbauen.

Höhlen: Verbindung mit der Erdmutter und den Ahnen

In den Höhlen steckt fĂŒr mich ein StĂŒck persönliche Entwicklungsgeschichte. Heute erkenne ich in jenen Orten der Kraft, die Möglichkeit zur RĂŒckverbindung mit der Erdmutter. Die Dunkelheit und Stille von Höhlen sind Atribute, die sich im hektischen und lauten Alltag und selbst zuhause kaum noch wirklich realisieren lassen. Gerade in den dunklen Jahreszeit bieten Höhlen Raum fĂŒr wahre "Einkehr".
Als Opfer bzw. Geschenk an die Höhlengeister bringen wir gern Kerzenlicht, RÀucherungen oder selbstgemachte Musik mit. Das Erlebnis, in einer kalten Winternacht in den Schutz und die WÀrme einer Höhle hinabzusteigen, ist kaum beschreibbar und wird am ehesten durch die leuchtenden Augen und Gesichter der Höhlenbesucher nach diesem Erlebnis deutlich.
"RĂŒckkehr in den Bauch von Mutter Erde" fĂŒr ein paar stille Momente - ein Kult, der zu den großen alpinen Erlebnissen gehört.
Und dabei den alltĂ€glichen Redeschwall einfach mal abstellen und nur noch hinhören und hinfĂŒhlen....

Quellen:(Heil-) Wasser schöpfen an den UrsprĂŒngen

Das Wasser in seiner reinsten Form finden wir an den Quellen der Berge. Gereinigt, mineralstoffreich und hochenergetisch aufgeladen wirkt es an vielen Quellen noch heilbringend. Das Verweilen an solchen Quellorten, an denen oft Kapellen oder Kirchen stehen oder von solchen "ĂŒberbaut" wurden, ist schon wirkungsvoll. Hier stehen wir am Beginn des Lebens, aus dem grĂ¶ĂŸtenteils unser Körper besteht.
Ist es eine Art Renaissance des Heilwassers oder ist der Zustrom von Menschen zu dem Element Wasser nie wirklich versiegt? Ich denke, eher letzteres. Gern erinnere ich mich an ein Erlebnis, in einer Vollmondnacht an einer Heilquelle, in der eine ganze Familie zum Wasserschöpfen an die Quelle kam. Auch wenn hin und wieder eine Quelle versiegt oder an Kraft verliert, so gibt es noch unzĂ€hlige besondere Wasserorte, an denen wir diese besondere Kraft schöpfen dĂŒrfen.
Und nie sollten wir vergessen unseren Dank zu zeigen.

Feuer: den Jahreskreis leben und als Mahnung

Gerade war es wiedersoweit und viele Alpenbewohner haben die Sommersonnenwende mit einem großen Feuer meist auf den Berggipfeln gefeiert. Das Feuer eignet sich natĂŒrlich besonders zu jenem schönen Ritual, mit denen jedes Jahreskreisfest seine BestĂ€rkung bzw. seinen besonderen Ausdruck bekommt. Der fruchtbarkeitsspendende oder segnende Sprung durchs Feuer wird vielerorts noch heute zelebriert.
Und wer kennt es nicht: das Sitzen am und das "gedankenverlorene" Starren ins Feuer. Die hohe Reinigungswirkung von Gedanken, Bitten, WĂŒnschen und Gebeten, die wir ins Feuer legen (zuletzt beim Schamanentreffen wieder von Mondina eindrucksvoll zelebriert!).
Seit einigen Jahren wird mit der Aktion "Feuer in den Alpen" sogar ökologisches Denken zelebriert. Das Feuer als Mahnfeuer! Ich hoffe, dass auch dieses Jahr wieder viele Feuer in den Alpen brennen.


RĂ€uchern: Reinigen und Segnen

Schamanische Arbeit ohne RĂ€uchern ist fĂŒr mich kaum noch vorstellbar. Das ganze Jahr ĂŒber werden Harze und entsprechende KrĂ€uter gesammelt, die zu den rituellen und kultigen AnlĂ€ssen dann ihre Verwendung finden. Dieser Reinigungs- und Segnungsbrauch aus uralter Zeit hat sich insbesondere in den RauhnĂ€chten noch unverfĂ€lscht erhalten.
Das RĂ€uchern ist ĂŒberall und unkompliziert verwendbar und erzeut schnell eine besondere AtmosphĂ€re oder einen guten "NĂ€hrboden" fĂŒr die geistige Welt.


Berge: Pilgern und Einkehren

Die Berge werden heute wieder als Sitz der Götter erkannt. Heilige Berge, wie der Großglockner, der Untersberg oder der Falkenstein werden wieder umrundet. Die Geister der Berge begleiten den Pilger - Adler und Falken fliegen wieder - auch in unserem Bewußtsein.
Neben den Gipfelkreuzen findet man/frau wieder rituell erbaute Steinkreise und Steinmandl. Die Einsamkeit der Bergwelt dient zur Visionssuche und zur Einkehr. Die NĂ€he zur Anderswelt - zum Himmel - ist gerade dort besonders erfahrbar. Sinnsuche und Gottverbundenheit sind heute oft Ziele der Bergsteiger.
Am Gipfel den Blick in die Ewigkeit gleiten lassen...

Sonnenaugen: mit der Natur im Einklang sein


Sicherlich eines meiner Lieblingsthemen: die Sonnenaugen - die magischen Felsenlöcher der Alpen, durch die die Sonne zu bestimmten Zeiten scheint. Sie sind fĂŒr mich sogar eine Möglichkeit, auf ein eindrucksvolles aber vergessenes alpines Naturschauspiel hinzuweisen, dass den Menschen der FrĂŒhzeit ihren Kalender und damit ihre SĂ€h- und Erntezeiten bestimmte. Diese "naturreinen" PhĂ€nomene bieten eine große Chance, uns in den Jahreskreis wieder einzubinden - ihn bioregional nach dem jeweiligen Sonnendurchgang zu feiern. Ein Traum von mir - aber keine Utopie!
Der Einklang mit der Natur wird zunehmend zu einem wichtigen Faktor im Tourismus. Diese Chance gilt es zu nutzen!

Und nun - viel Freude, Heilung, Segnung, Initiation oder was immer ihr sucht in den alpinen Kulten!

Weisser Adler