Beltane 2011
Vom Kuckuck zum KĂ€uzchen – Beltane 2011 auf dem Johannishögl

Eine Beltane-Feier am kultigen Johannishögl ist offenbar immer wieder ein spannender Tanz mit den Wettergeistern. WĂ€hrend noch am Nachmittag rundherum manch Gewitter tobte, war es das inzwischen berĂŒhmte Wetterloch im Höglbereich, das auf eine trockene Feier am Abend hoffen lies.
Und so kam es auch . Wir speisten bereits auf der Terrasse beim Berggasthof in der warmen Abendsonne, wo sich bald die ersten FestgÀste dazu gesellten.
PĂŒnktlich um 18 Uhr wanderte unsere Beltane- Gruppe hinĂŒber zur Festwiese. Ein großer, ĂŒbrig gebliebener Brennholzstapel von einem frĂŒheren Feuer ersparte uns viel Sammelarbeit. Wir mussten das vorhandene Holz nur noch aufschlichten und ein paar Zugaben aus dem nahen Wald holen. Schließlich brachte Sabine aus Berchtesgaden noch einen Kofferraum voll trockener Holzscheiteln mit.
Ein kleiner Maibaum wurde geschmĂŒckt und aufgestellt.
Dann noch den eigenen Sitzplatz vor dem Feuerstoß herrichten und schon ging es hinauf auf den Gipfel, um die Kraft der untergehenden Sonne zum Einladen der Geister und fĂŒr Trommel- und RĂ€ucherrituale zu nutzen. Ein Kuckuck begleitete unser Treiben lauthals aus der Ferne. Der Alpererjodler im Wechselgesang mit dem gefiederten FrĂŒhlingsboten – eine schöne Symbolik!
Die Windgeister unterstĂŒtzten mich tatkrĂ€ftig beim AbrĂ€uchern der GĂ€ste.
Neben dem keltischen Kultschacht verabschiedeten wir schließlich trommelnd Großmutter Sonne und schritten die letzten Meter wieder hinunter zu unserem Feuerplatz. Die Windgeister bliesen frisch und krĂ€ftig – es wurde Zeit gemeinsam das Feuer zu entzĂŒnden. Und es lies sich bitten – eigentlich klar, denn die Feuergeister sind gewohnt, ein StĂ€ndchen von uns zu erhalten:
Feia du bist schee, Feia du bist stark
.. und endlich loderten die Flammen!
Aus dem Chiemgau und Rupertigau waren die GĂ€ste angereist, ĂŒber 20 wurden es – sogar aus MĂŒnchen kam eine kleine Gruppe. Der Untersberg hatte wieder gerufen und prĂ€sentierte sich in seinem besten Gewand und in bester Stimmung.
In seinem Angesicht feierten wir in die Walpurgisnacht hinein. Lukullische Köstlichkeiten kreisten, Lieder erklangen, die Feuergeister tanzten – und schließlich bestanden wieder einige die HexenprĂŒfung mit dem feurigen BĂ€rlapppulver.
Der Fruchtbarkeit symbolisierende und mit Himmel und Erde verbindende Maibaum wurde als Opfergabe zusammen mit KrĂ€uterbuschen dem Feuer ĂŒbergeben.
Zu spĂ€ter Stund‘ wagten dann noch ein paar Hexen und Hexer den Sprung ĂŒbers Feuer. Mögen ihre WĂŒnsche in ErfĂŒllung gehen! Ein Hexentanz ums Feuer folgte.
Der Geist Hawaiis besuchte schließlich noch die Gruppe und sie gab der Erde rituell ein Geschenk.
Im Halbkreis vor dem Feuer, der zum Untersberg geöffnet war, dankte ich allen Geistern, der Andachtsjodler beschloss unser Fest – und ein KĂ€uzchen aus dem nahen Wald tönte nun noch weiter.

Ein letztes Liebespaar verblieb an der restlichen Glut des Feuers, um sich zu wÀrmen



Beltane 2009
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf dem Johannishögl

Der wĂ€rmste April aller Zeiten – endete mit Neuschnee in den Bergen. Am Vormittag unseres Beltane-Festes regnete es. Am Mittag – regnete es.
Am Nachmittag – klarte es auf. Und am Beginn des Festabends suchten wir bereits unter einem aufgelockerten Wolkenhimmel unser Brennholz zusammen. Einige FestgĂ€ste hatten dankenswerter Weise trockenes Holz zum Anbrennen mitgebracht.
Bereits bei der Ankunft am Johannishögl empfing uns der Willkomens-Ruf des Kuckucks und kurz darauf zeigte sich ein Kraftvogel – der Falke. Er gilt als Botschafter, BeschĂŒtzer und Seher der LĂŒfte. Der Falke ist der Bote unter den Tieren, in etwa vergleichbar mit dem Götterboten der griechischen Mythologie. Die Verbindung mit dem Falken sucht man, um seine Wurzeln zu entdecken. Und eine unserer bioregionalen Wurzeln steckt in jenem SonnenkulthĂŒgel gegenĂŒber dem mĂ€chtigen Untersberg.
Hinter der Kirche positionierten wir uns zum AbrĂ€uchern, das ich der Mithilfe des Winds ĂŒbergeben konnte und dem anschließenden Eröffnungsritual – dem Einladen der Spirits im Einklang mit dem Alperer-Jodler. Am Horizont im Westen erstrahlte zu dieser Zeit ein Sonnenloch, das die untergehende Sonne mehr als nur erahnen ließ und der Falkenbote begleitete unsere Zeremonie nun direkt ĂŒber uns. Wir trommelten und erdeten uns. Dann zogen wir zurĂŒck zu unserem vorbereiteten Feuerplatz. Inzwischen waren alle FestgĂ€ste eingetroffen und so entzĂŒndeten wir gemeinsam das Beltane-Feuer. Ein kraftvoller und frischer Wind fachte rasch unser Feuer an und ließ es hoch auflodern. Der Falke beschloss seine Beltanerunde und beobachtete unser Treiben von einigen Baumwipfeln.
Mit Gesang, Tönen, Trommeln und passendem Speis und Trank empfingen wir die Nachtgeister. Geschichten um die Kasermandl, den heiligen Untersberg und KrĂ€uterkundiges kursierten um das Feuer. Vertieft in festliches Treiben merkten wir kaum, wie der Wind verstummte. Es war ein milder Abend geworden. Zu spĂ€ter Stund’ erklang ein KĂ€uzchen aus dem nahen Wald. Der Untersberg hatte bereits in den Abendstunden sein Wolkenkleid ausgezogen und bot uns (s)einen mystischen Hintergrund. Die feurige Hexen- und HexenmeisterprĂŒfung mit BĂ€rlappsamenpulver bestanden nur wenige – ich auch nicht.
Im Laufe des Abends öffnete sich noch einmal der Himmel und spendete uns mit ein paar Tropfen den Beltanesegen – und es waren nicht mehr als ein paar Tropfen! Wie meinte Stefan aus Rottau: das schöne am Schamanismus ist, wie schnell und direkt man die Verbindung mit den Elementen erfĂ€hrt.
Nach Mitternacht begann es wieder zur regnen. Manch Hexe oder Hexenmeister mögen noch unterwegs gewesen sein, aber wir lagen bereits wieder in den heimischen Federn, rochen noch den wĂŒrzigen Holzrauch auf unserer Haut und trĂ€umten bald von den Windgeistern des Johannishögls, vom Falkenboten, vom Kuckuck und dem KĂ€uzchen und 
.


BELTANE 2008
Ein alpenschamanisches Fest im Tanz mit den Elementen

Alpenschamanische AktivitĂ€ten stehen immer in Verbindung mit den Naturgeistern und den Elementen. Das kennen wir u.a. von unserer Trommelarbeit in der Steinzeit Siegsdorf oder an den regionalen Kraftorten und KultplĂ€tzen, vom Trommeln fĂŒr Mutter Erde oder eben von unseren Jahreskreisfesten in der Natur. Doch am 30. April 2008 konnten man/frau in einer einzigartigen, von der Natur inszenierten Dramaturgie die KrĂ€fte der Walpurgisnacht erfahren. Es schien, als seien sĂ€mtliche Wetterhexen um uns herum aktiv.
Am  spĂ€ten Nachmittag trafen sie die ersten Festteilnehmer auf dem sonnenĂŒberfluteten Johannishögl bei Piding – eigentlich ein Ausweichort zur Burg Karlstein bei Bad Reichenhall, bei der das Fest schon seit Jahren stattfindet, aber uns diesmal wegen der Wegsperrung zur Burg nicht möglich war. In letzter Zeit hĂ€ufen sich die „Sperrungen“ der alten Kultorte:
die Schwarzbachhöhle, nach LawinenabgĂ€ngen und OrkanverwĂŒstungen,
der Falkenstein, wegen Steinschlaggefahr (Felssturz in die Höhlenkirche !),
der Untersberg, wegen der immensen Schneemengen im FrĂŒhjahr
und jetzt die Burg Karlstein, wegen SchÀden am Hauptaufstieg.
Die alten PlĂ€tze fordern Ruhe – sie wollen sich regenerieren.
DafĂŒr öffnen sich neue PlĂ€tze, an denen wir schamanisch arbeiten und uns vitalisieren können. Der Johannishögl ist schon lange ein Sonnenkultplatz. Das Johannisfeuer brennt zur Sommersonnenwende schon seit vielen Jahren dort oben und seit letztem Jahr wurde dort auch das Wintersonnwendfeuer wieder neu belebt. Und das Beltane-Fest durfte nun dort auch  zum ersten Mal wieder gefeiert werden – neben der Johanniskirche und neben dem keltischen Kultplatz. Ein besonderes Symbol fĂŒr Toleranz und VerstĂ€ndigung.
Schnell war dank der zahlreichen Helfer ein großer Brennholzstapel zusammengekommen. Im Wald fand sich sogar ein BĂ€umchen, dass schließlich als Maibaum geschmĂŒckt wurde.
Zur untergehenden Sonne bewegte sich das Festvolk dann an die Kirchenmauern und trommelnd wurde Großvater Sonne verabschiedet. Hinter einer – zunĂ€chst unscheinbaren – Wolkenbank ging die Sonne unter. FĂŒr einige Momente kehrte Stille ein. Stille am Högl.
Die Wettergeister riefen allerdings schon:
“Ihr wollt feiern? Dann fangt an!“
Und kaum hatte sich der bunte Haufen um das aufgeschlichtete Feuerholz im Kreis versammelt, da verdunkelte sich der Himmel. Ich lud die Geister der Vier Winde ein, die Geister der umliegenden heiligen Berge, die Himmels- und Erdgeister. David stimmte das Untersberglied an und dann wurde das Beltane-Feuer entzĂŒndet.
Da waren sie auch schon – die Wettergeister, die Geister der Vier Winde und alle anderen – und wollten mitfeiern. Skeptiker sahen schon schwere RegengĂŒsse auf uns niedergehen, doch es entstand ein Wolkenloch ĂŒber uns – ĂŒber dem Johannishögl. Der Regen zog um uns herum, sichtbar zu dem vor uns zu FĂŒssen, im Osten liegenden Salzburg.
Ein Sturm brach herein, schĂŒrte das Feuer an, das es bald wagrecht loderte. Dank des Regens vom Vortrag musste wir uns ĂŒber den Funkenflug keine Gedanken machen. Der Wald war auch weit genug entfernt. Schließlich wurde nur noch gefeiert, getanzt, gesungen, gespeist und getrunken im Austausch mit den Wettergeistern. Wer so etwas noch nicht erlebt hat, wird es wohl kaum wieder vergessen. Der Untersberg bot seine dramatische Kulisse im Zusammenspiel mit dunklen Wolkenfetzen.
Ausgelassenheit breitete sich aus. Juchizer ertönten. Trommeln beschworen die Winde, gingen in Dialog. Ein verstörter Hase schreckte aus dem GebĂŒsch auf. Ein Fest in den Alpen.
Bis bald und danke an die Elemente!

PS: Der Regen kam erst spĂ€t in der Nacht – nach dem Fest ! 

BELTANE 2006
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf der Burg Karlstein

Eine wirklich „kultige“ Walpurgisnacht und Beltane-Feier fand am 30.04. auf der Burg Karlstein statt. Viele FestgĂ€ste aus nah und fern (MĂŒnchen, Rosenheim) hatten sich eingefunden, um mit den „Drei Urgesteinen“ Od*Chi, White Eagle und David Ho zu ritualisieren und zu feiern. Und wĂ€hrend noch in der vorangegangenen Nacht im Reichenhaller Tal die Vorboten der Eisheiligen Schnee auf die FrĂŒhlingsblĂŒten gezaubert hatten, waren uns die Wettergeister am Abend und in der Walpurgisnacht wohlgesonnen.
Noch beim Vorbereiten des Festplatzes zeigte sich am Horizont ein goldener Streifen unterhalb des dunklen Wolkenhimmels – und exakt zum Sonnenuntergang ließ sich Großvater Sonne als Hauptdarsteller feiern und zum ersten Mal in diesem Jahr erklangen wieder die Trommeln fĂŒr Mutter Erde. Und wĂ€hrend David eine schamanische Bildweihe vornahm und ein Feuer-, RĂ€ucher- und Rosenölsalbungsritual zelebrierte begannen die Berge um uns zu glĂŒhen. Allen voran der mystische Untersberg, dessen Leuchten auch bei mir Eingeborenen eine GĂ€nsehaut erzeugte. Und ĂŒber Staufen und Zwiesel woben sphĂ€rische Wolkenfetzen ein dĂŒnnes Lichtnetz .... ja, die Tore zur Anderswelt standen wie immer zu Beltane weit geöffnet.
SpĂ€t am Abend wurden bunte WunschbĂ€nder um unseren Maibaum gebunden, der von Kerzen und Fackeln beleuchtete wurde und Od*Chi lud ein zu einem grenzenlosen Klangerlebnis mit bayerischen Mantren und Rainbowspiritsongs unterstĂŒtzt von Didge, Rasseln, Trommeln und Maultrommeln. Und mit Erscheinen der Mitternachts- und Maigeister begann der Abstieg in die alltĂ€gliche RealitĂ€t.
Ein wunderschönes Fest!

BELTANE 2005
Kurzbericht vom Beltane-Walpurgis-Fest auf der Burg Karlstein 

Den Weg auf die Burg Karlstein fand diesmal ein bunter Haufen aus Jung und Alt - beladen mit Trommeln in allen GrĂ¶ĂŸen und Rasseln. Ganz dem keltischen Brauch entsprechend wurde ein lebender Maibaum erkoren, den die Feiernden begleitet von Trommel und Gesang mit bunten BĂ€ndern schmĂŒckten und ihre WĂŒnsche dem Baumwesen und dem Walpurgiswind ĂŒbergaben.
Danach wurde auf alte Art von der Steinzeithanni und dem Mammut-Robert das Walpurgis-Feuer entzĂŒndet - mit Feuerstein und Zunder. Und Jung und Alt hatten leuchtende Augen dabei.
Und dann wurde viel getrommel und gefeiert und Brigitte und Maria-Elisabeth spendierten eine selbstgemachte Waldmeister-Maibowle und je spĂ€ter es wurde und je kraftvoller die Feuergeister wurden, wurden auch unsere AktivitĂ€ten mutiger und kraftvoller. Da wurde ĂŒbers Feuer gesprungen, um Altes loszulassen und selbst der alte FeuerlĂ€ufer Sepp "mußte" mehrmals den direkten Sprung ins Feuer wagen.
Im Umfeld gab es einen von Tashi wunderschön geschmĂŒckten, buddhistischen Altar und entsprechende Zeremonien und am Nachbarfeuer stimmten harmonisch Didge und Trommeln zu unserem Klangteppich ein.
Ich ließ es mir nicht nehmen, zusammen mit ein paar anderen FestgĂ€sten auf der Burg unterm Sternenzelt zu ĂŒbernachten und den Sonnenaufgang ĂŒber dem Gaisberg zu erleben.
Das Beltane-Walpurgis-Fest.... vieles gÀbs noch zu erzÀhlen, aber das Wichtigste:
es wird auch nÀchstes Jahr wieder auf jenem Kultplatz bei den "drei Bethen" stattfinden!