Jul 2007
21.12.07 Wintersonnwendfeuer am Johannishögl

Um die 100 Besucher kamen zum ersten Windersonnwendfeuer am Johannishögl im Berchtesgadener Land. Jung und Alt fanden sich im Kreis um das Feuer zusammen. Bei der Bergwirtschaft konnten man sich mit Punsch und Glühwein stärken.
Freund Markus verteilte kleine Wunschhölzer, die man dem Feuer übergeben durfte und seine liebe Frau Eva mit den Kindern verteilte Kekse.
Wir hörten wundersame Geschichten von versteckten Fresken in der danebenstehenden Johanniskirche. Nicht der Johannis, dem die Kirche geweiht ist, sondern ein früherer Kirchenpatron ist dort im versteckten Dachstuhl-Fresko zu finden: der heilige Georg
und - natürlich - die Margaretha.

Ich zitiere mal unseren "Kelten-Schurli" Georg Rohrecker:
Georg bedeutet einfach Bauer und steht für Fruchtbarkeit und nahe Beziehung zur allesgebenden Urmutter Erde.
Beim „christlichen” Heros Georg(...) überrascht es auch nicht weiter, dass „seine” kappadokische Jungfrau justament Margaretha heißt und identisch ist mit dem zentralen Fruchtbarkeitsaspekt unserer Nothelferinnen-Trinität der „Drei Madln”, die die „getaufte” Version der keltischen Bethen-Trinität darstellt.
Die dem Maienbringer Georg geweihten Kirchen stehen zumeist an besonders markanten Punkten, Geländevorsprüngen, Bergkuppen – eben an Stelle alter Kultplätze für Belenus, den keltischen Licht- und Fruchtbarkeitsheros – sowie als tapferer Begleiter einer einst Großen Mutter nahe uralten, zu katholischen Frauen-wallfahrten umfunktionierten, Bethen-Kultorten.
Wo heute Georg als Patron installiert ist waren einst überall Heilige Orte der Kelten!


An jenem alten Kultplatz der Erdmutterverehrung und des Sonnenkultes wurde also ein alter Brauch wiederbelebt:
das Wintersonnwendfeuer.
Freund Markus gebührt Dank und Anerkennung für dieses Ereignis, das er so wunderschön vorbereitet hatte.
Und wie zu vernehmen war:
es wird weitere Wintersonnwendfeiern dort geben.

Die Sommersonnenwende wird ja schon lange dort mit einem Johannisfeuer gefeiert.
Vielleicht ist das ja jetzt so eine Art Margarethenfeuer ?
Fotos:

JUL 2006
“Julfest im Bauch von Mutter Erde: Ein Weg in die Dunkelheit und Stille – und in den Winter” - am 16.12.06

Eigentlich sollte unsere Kulthöhle tief verschneit und nur mühsam erreichbar sein.
Doch so war es zu unserem Wintersonnwend- und Julfest am 16.12.06 nicht. Wir leben in der Zeit der Veränderung und der Transformation.
So trafen wir uns am vereinbarten Ort und ein besonderes Dämmerungsfarbenspiel zeigte sich am Himmel. Wir wussten, dass wir Zugang zur Höhle bekommen würden.
Kurz darauf stiegen wir durch den dunklen Bergwald, vorbei an den „7 Brünnen“, hinab ins „Tal der 1000 Kräuter“. Ab Betreten der Almfläche marschierte die Gruppe in Stille weiter bis zur ersten der 3 Stationen:
Der Spaltfelsen – sanft erleuchtet von einer Kerzenflamme - lud uns ein, jenen uralten Segensbrauch des „Durchkriechens/Durchschlupfens“ zu zelebrieren. Über uns funkelte ein weihnachtlicher Sternenhimmel und unter unseren Füssen erlebten viele zum ersten Mal in dieser Wintersaison den knirschenden Schnee. Hier im Schwarzbachtal war bereits Winter eingekehrt – auch wenn die Schneedecke noch sehr dünn war. Der trockene Dauerfrost der letzten Tage hatte den Schnee in Kristalle verwandelt, die bei Berührung leise klirrten.
Bei der 2. Station, dem Medizinrad im Zauberwald, dessen Umrisse sind noch klar abzeichneten, stellte ich ein Windlicht in die Mitte, damit wir dort nach dem Höhlenfest unseren Schluss-Kraftkreis bilden konnten.
Der Aufstieg zur Höhle erforderte unsere ganze Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Die Steine und Felsen waren glatt und rutschig. Selbst das Moospolster am letzten Steilstück gab kaum Griffigkeit. Ich musste ein Seil befestigen, damit die Besucher einigermaßen sicher hinaufkrabbeln konnten.
Dann nahm uns der Bauch von Mutter Erde auf und wir brachten das Licht als unser Geschenk mit hinein. Bald war der Altarraum wieder erleuchtet von vielen Kerzen und Fackeln. Ich sprach über die Bedeutung der momentan Zeit im Alpenraum und über das wunderbare Geschenk von Mutter Erde, das Julfest in ihrem Bauch feiern zu dürfen.
Nach einer anfänglichen „Einkehr“ mit Rauchreinigung, in der wir die Stille und Kraft dieses Ortes erfahren durften – nur die Wassergeister tönten durch ihre Tropfen von der Höhlendecke – und der Anrufung der Spirits, begann ein Fest mit viel (bayerischem) Gesang, Trommeln, Rasseln und köstlichen Kleinigkeiten. Der Duft von Glühwein, Myrrhe und Weihrauch erfüllte die Höhle.
Zum Schluss entließ uns die Höhle und wir wurden „wiedergeboren" – hinein in die funkelnde Dunkelheit der Berge. Und wer seine Wiedergeburt nicht mit einer Bauchlandung beginnen wollte, rutschte schon mal lieber am Hosenboden den Höhlenabstieg hinunter.
Am Medizinrad trafen wir uns noch einmal: in der segnenden Stille, umgeben von den Wächtern des Zauberwalds, mit dem Blick in das ewige Sternenmeer über uns, den ein Waldloch über uns ermöglichte und mit der Harmonie und pulsierenden Kraft eines alpinen Steinkreises vor uns.
Die Rauhnächte werfen bereits ihre Schatten voraus und es ist Zeit sich auszuruhen und vorzubereiten auf die neuen Visionen und Träume der kommenden 12 Nächte.