Mabon 2008
“alpine Be-Geisterung zu FĂŒssen eines hohen Königs”
19.-21.09.08

10 „Alpinisten“ aus Österreich und Bayern fanden sich zu einem Wochenende in einem 350 Jahre alten Bergbauernhof gegenĂŒber des Hochkönig-Massivs im Pongau ein. Gefeiert werden sollte, gelebt und genossen - schamanisiert.
Am Freitag Nachmittag erreichten wir das MĂŒhlbacher Tal und erklommen ĂŒber eine steile Forststraße unser abgelegenes Domizil. Aus einer Kurve in luftiger Höhe inmitten einer weiten Bergweide erblickten wir zum ersten Mal das Haus: ein ehrwĂŒrdiges Holzhaus mit roter Blumenpracht lachte uns zu – und die Erstankömmlinge, die es sich bereits auf der Terrasse in der Sonne bequem gemacht hatten. Eine TraumhĂŒtte – schöner, als wir sie bisher in der virtuellen Welt beobachtet hatten.
Am SpĂ€tnachmittag war die HĂŒttenbelegschaft schließlich fast komplett, die Zimmerverteilung lief reibungslos und die ersten GĂ€ste hatten bereits die geniale Holzzentralheizung aktiviert. Es war nun Zeit, sich mit dem Geist des Ortes und der Hauses vertraut zu machen, ihn um freundliche Aufnahme zu bitten. Die Schamanentrommeln hatten sich bereits in der Bergsonne aufgewĂ€rmt und warteten auf ihren Einsatz. Und so ließen wir sie ertönen
aus dem Freundeskreis heraus
zogen wir trommelnd den Schutz-Kreis um das Haus.
Wir begannen uns auf die 900 m Höhe einzuschwingen. Sonnenuntergang - unsere Mondfrau-Schamanin reinigte uns mit Rauch und im Anschluss begingen wir trommeln, rasselnd und rĂ€uchernd das Haus – es wurde langsam Abend.
Jetzt waren wir wahrhaftig angekommen.
Die „KĂŒchengeister“ zauberten uns ein deftiges Essen (Geselchtes mit Kraut und Kartoffeln) und – es gab ein Geburtstagskind unter uns und so wurde bereits am Vorabend zu Mabon gefeiert.
Es war schon fast dunkel geworden und da erschien der letzte Wochenendgast – aus Amstetten/Niederösterreich.
Ich lud in der großen Bauernstube zu einem Bergkino-Abend ein. „HeimatklĂ€nge“ hieß jenes filmische Ereignis, das wir dank der mitgebrachten Technik (Beamer und Laptop) stilecht in alpiner Umgebung genießen durften. Das Jodeln als menschliche Resonanz zur Bergwelt – aber modern „verpackt“ – schrĂ€g, skuril, erdig. Das war eine gute Einstimmung fĂŒr die JodelklĂ€nge, die uns in den nĂ€chsten Stunden erwarten sollten.

Der erste Morgen – der Festtagsmorgen. Der Hochkönig hatte sein graues Wolkenkleid angezogen und trotzdem zog er uns an. Nach einem ĂŒppigen FrĂŒhstĂŒck fuhr ein Großteil der Gruppe hinauf zum Arthurhaus. Es war kĂŒhl geworden. Schneeluft erwartete uns nach dem Aussteigen der Autos. Ein paar verirrte Schneeflocken umtanzten uns. Doch ĂŒber uns – von den steilen Bergwiesen, die bis zur mĂ€chtigen Felskulisse des Königs hinaufreichten, tönten die Pfiffe jener besonderen alpinen Krafttiere, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Die Murmeltiere begrĂŒĂŸten uns. Wir waren auf 1500 m angekommen und der weitere Weg fĂŒhrte uns spontan ausgesucht zur MitterberghĂŒtte. Entlang eines langsam ansteigenden Bergsteiges hatten wir trotz Wolken noch eine gute Sicht auf die Pongauer Talwelt zu unseren FĂŒĂŸen.
Bei der VorfĂŒhrung der „HeimatklĂ€nge“ hatte ich angeboten, dieses Wochenden fĂŒr das Erlernen eines Jodlers zu nutzen. Und schließlich hatten wir jenen besonderen Ort dafĂŒr gefunden:
Ein paar Steinblöcke oberhalb des Weges wurde zu unserer BĂŒhne. Den „Alperer“ galt es zu erlernen – passend zu unserer be-geisterten Gruppe ein Jodler zu Ehren eines Berggeistes – eben dem „Alperer“. Wir ĂŒbten hinaus ins Tal, spĂŒrten bald Harmonie und drehten uns um – um dem Hohen König unsere Töne zu schenken. Er nahm sie an – kurz zeigten sich ein paar WolkenlĂŒcken, doch bald verschloss er sich wieder. Vielleicht sollten wir doch noch ĂŒben?
Mit einem gemeinsamen Tönen verabschiedeten wir uns von unserer Premieren-BĂŒhne.
Bald erreichten wir die MitterberghĂŒtte. Wir waren dem Berggeist sehr nahe gekommen. Eine grandiose Bergkulisse. Wir beschlossen die HĂŒtte links liegen zu lassen – wir hatten schließlich unsere eigene HĂŒtte-  und auf einen nahen, vorgelagerten Gipfel zu steigen. Ein Gipfel, wie fĂŒr uns geschaffen, mit kleinen FelsvorsprĂŒngen und lauschigen PlĂ€tzen zwischen Latschen.
Stille.
Leichter Wind.
Gedanken, die in die Ferne schweiften.
Eine Mundharmonika ertönte. Dann wieder der „Alperer“.
Heimat.
ZurĂŒck auf „unserer“ HĂŒtte. Gemeinsames Feuerholzsammeln. Die HĂŒttengeister zauberten einen Hirschbraten und KĂŒrbissuppe - passend zur Jahreszeit. Etwas Zimmerruhe. GesprĂ€che.
Es war dunkel geworden. Ein besonderes Fest lag in der Luft. Ein Fest, das uns auf die dunkle JahreshÀlfte einstimmen sollte.
Zögerlich fanden sich die HĂŒttenbewohner auf der Terrasse zusammen. Wir stiegen hinab zu unserem vorbereiteten Feuerplatz auf der Weide. Die Feuergeister ließen sich nicht lange bitten – gemeinsam entzĂŒndeten wir den Holzstoß. Wir ritualisierten, ĂŒbergaben dem Feuer unsere WĂŒnsche und Bitten, verbrannten Altes, nicht zu uns Gehörendes. Wir schenkten dem Feuer und den Ahnen KrĂ€uter und andere Aufmerksamkeiten.
Die Feuerkraft suchte sich ihren Korridor und sie begrĂŒĂŸte jeden einzelnen von uns. Wir schienen eins zu sein – mit dem Jahreskreis und jenem Großen Geist.
Dann ertönten unsere HeimatklĂ€nge: rhythmisch, dynamisch, meditativ, verspielt, vertrĂ€umt, so wie es der festliche Anlass zuließ.
An den warmen HĂŒttenöfen klang jener Abend aus – vielmehr: er klang weiter, klang nach.

Der letzte Morgen. Am Feuerplatz glimmten letzte Reste. Es hieß: aufrĂ€umen.
Doch ein gemeinsames FrĂŒhstĂŒck und ein wahrer Sonntagsbraten gaben auch jenem Abschiedstag noch eine besondere lukullische Note. Auf der Terrasse wurde eine Schamanentrommel gebaut, die nĂ€here Umgebung wurde erwandert und erkundet. GesprĂ€che.
Und dennoch – das unvermeidliche Einpacken und HĂŒttenrĂ€umen, -putzen.
Es war spĂ€ter Nachmittag geworden. Der Wirt kam zum Kassieren und schoss fĂŒr uns die Gruppenfotos.
Und wieder standen wir trommelnd im Kreis. Wir dankten den Ahnengeistern, den Geistern des Hauses, den Krafttieren, der vier Winde, des Himmels und der Erde.
Die MabongÀste fuhren nach Hause in ihre Talheimaten: nach Oberösterreich, Niederösterreich und Oberbayern.

10 „Alpinisten“ hatten beschlossen sich in einem Jahr wiederzusehen.

MABON 2005
“Starke Töne, Besuch der Wintergeister und die 3 Bethen “
16.-18.09.05

Es sollte ein beschauliches Almwochenende werden - auch in der Voraussicht, dass wir wetterbedingt uns innen gut einheizen mußten.
Und außerdem ein Wochenende getragen von besonderen NaturkrĂ€ften:
dem Vollmond, der Herbsttagundnachtgleiche (keltisches Mabonfest) und einem Feiertag zu Ehren der Drei Bethen, wie er heute noch im sĂŒdtiroler Meransen begangen wird.
Und was wurde daraus? Lest selbst....

Der Freitag begann ungewöhnlich warm und sonnig - es lag etwas in der Luft. Und so traf sich ein bunter Haufen wiedermal bei Saalbach bei unserem Bauernhof, um das GepĂ€ck in WaldlĂ€ufers Allrad-Jeep umzuladen und zur Herzalm aufzusteigen. Einzelne Tropfen wiesen uns auf den Wetterwechsel hin, doch war der Aufstieg noch trocken. Die Wettergeister um uns herum grollten, die Berge hĂŒllten sich in Wolken. Ein Gewitter empfing uns bei der Alm und im Schein der Taschenlampen und der Blitze suchten wir unsere SchlafplĂ€tze.
Ich hatte vorher noch Gelegenheit nach dem Medizinrad auf der Almwiese zu sehen und ein paar Steine "geradezurĂŒcken". WĂŒrden wir ĂŒberhaupt an diesem Wochenende an jenem Kraftort uns einfinden können?
Das GeschlechterverhĂ€ltnis war ausgeglichen und alte (60 %) und neue (40%) AlmgĂ€ste versprachen eine gesunde Mischung. Und eine Norwegerin aus samischer Tradition, die auf einen ungewöhnlichen Weg hierhergefunden hatte und kurzfristig eine BelegungslĂŒcke fĂŒllte, versprach eine interessante Begegnung.
Diesmal gab es auch eine Umverteilung des Kochdienstes, so dass auch unsere Almchristine sich mehr in das Zusammensein einbringen konnte.
Nach Davids Alm(Alpen-)Segen und Christines BegrĂŒĂŸungsessen (Pinzgauer KartoffelkrĂ€utersuppe im Brot serviert und anschließendem Gselchtem mit Sauerkraut) wurde unserer Almchefin das GemĂ€lde vom Herzengel zeremoniell ĂŒberreicht: unser Dank, fĂŒr ihre aufopfernden Dienste. Und der Almaltar leuchtete diesmal noch heller als sonst.
Doch das Leuchten (in unseren Augen) sollte noch grĂ¶ĂŸer werden, denn der WaldlĂ€ufer hatte eine CD mitgebracht - und darauf war ein neuvertontes Lied: das Lied der Alpenschamanen - das Große Herz
eine einfache und sehr eingĂ€ngige Melodie, ein starker Rhythmus und die bereits bekannten Worte, die ein neues ZeitgefĂŒhl symbolisieren.
Da war plötzlich bei allen das GefĂŒhl, bei einer Art Sternstunde dabeigewesen zu sein. Da existierte ein Lied, was zum TrĂ€ger einer Botschaft geworden ist. Es begleitete uns folglich durch das ganze Wochenende.
Christines Karmakarten ließen jeden einzelnen ein StĂŒck seines Weges erkennen - und ich fand mich in "GlĂŒck und KreativitĂ€t" wieder....
Schließlich ertönten unsere Trommeln und ich denke, die Schamanenalm flog in dieser Zeit hinauf zum Großen Geist. Die Stimme von Hanna - der Samin - schien zudem ĂŒber all jenen mĂ€chtigen Trommeltönen zu schweben - als ein verbindendes Element zwischen den schamanischen Kulturen und Traditionen.
Es wurde eine lange Nacht und der AlmglĂŒhweinpunsch ließ uns vergessen, dass es draussen immer ungemĂŒtlicher wurde.
KĂ€lte und Regen ließen die SchlafsĂ€cke am folgenden Morgen lange Zeit geschlossen bleiben. Das FrĂŒhstĂŒcksbuffet erstrahlte im Kerzenlicht und durch die von allen mitgebrachten Speisen. Und damit begann ein Tag der Rituale. Angefangen von dem kurzen Regenausflug auf die nassen Almwiesen und einer Morgengymnastik unter einem Baumdach, ging es weiter ĂŒber eine gefĂŒhrte schamanische Reise in der wohlig beheizten und gerĂ€ucherten Alm, in der sich viele alte und neue Krafttiere einstellten, zu humorigen schamanischen HĂŒttenspielen, in denen Wahrnehmung und Achtsamkeit geĂŒbt wurden bis zur Bedeutung des Mayakalenders fĂŒr die Tagesenergie.
Und schließlich fand ein Medizinrad in Form des Keltenrads seinen Platz am Almtisch. Ein kleines - fast unscheinbares Ritual, dessen Bedeutung ich erst viel spĂ€ter erkannte.
WĂŒnsche, Bitten und Visionen wurden jetzt in dem entstandenen heiligen Raum den Geistern ĂŒbergeben.
Und im Tagesverlauf konnten wir beobachten, wie die Schneegeister immer weiter zu unserer Alm hinunter wanderten.
Am nĂ€chsten Morgen bedeckte eine dĂŒnne Schneedecke die Almwiesen und die Almterrasse.
Nach dem wir die Alm und uns gereinigt und zusammengepackt hatten, trafen wir uns draussen zur Schlußrunde am Medizinrad.
Das Fohlen, das uns schon im Sommer begrĂŒĂŸt hatte, war auch diesmal wieder dabei. Und wieder zog es jenes Tierkind magisch in den heiligen und kraftvollen Kreis des Medizinrads. Und wieder war es fĂŒr uns ein LehrstĂŒck fĂŒr Achtsamkeit, denn es wollte einfach im Kreis bleiben und knabberte uns neugierig und verspielt immer wieder an. Erst als wir zu Singen und Tönen begannen, verĂ€nderte sich die erregte AtmosphĂ€re. Wir waren alle noch beeinflußt von den vergangenen Stunden und Tagen.
Es fiel uns nicht leicht Abschied zu nehmen und noch dazu schimmerte die Sonne etwas durch die Wolken und die Nebegeister tanzten durch das Saalbacher Tal zu unseren FĂŒĂŸen.
Als wir begannen, uns seelisch zu sammeln und loszulassen, begann das Fohlen neben uns friedlich zu grasen. Ja, der Almfriede nahm nun Platz in unseren Herzen und ich bat die AlmgÀste, den Geist jener Herzlalm mit nach Hause zu nehmen und weiterwirken zu lassen.
Was habe ich diesmal mitgenommen?
neue Visionen, einen Ohrwurm, ein Tischmedizinrad, ein fast geheiltes Knieleiden, einen starken Traum und wunderschöne Erinnerungen.
Und die Kraft der Herzalm.

Ich danke den Geistern der Vier Winde, des Himmels und der Erde.
Ich danke den Schneegeistern fĂŒr ihr eindrucksvolles Schauspiel
und allen GĂ€sten, die zu jenem Almfest der Sinne beigetragen haben.

MABON 2004
“Das Keltenrad am 18.09.04”

Die Sonne geht ĂŒber dem Untersbergmassiv auf - ein strahlender SpĂ€tsommertag -
Samstag, der 18. September 2004, um 8:30 Uhr:
Ich stehe allein im Marienheilgarten Großgmain vor der Madonna und bete fĂŒr ein gutes Gelingen des Medizinrads
und es geht mir noch einmal alles durch den Kopf, was zu diesem besonderen Tag fĂŒhrte.

Wer sich mit Schamanismus beschĂ€ftigt, wird irgendwann auch auf die alten Rituale und das Arbeiten mit Ursymbolen und den NaturkrĂ€ften stoßen und auf die Bedeutung der indianischen MedizinrĂ€der. In allem was ein Indianer tut, findet er die Form des Kreises wieder, denn die Kraft der Welt wirkt immer im Kreis, und alles strebt danach, rund zu sein. Das Leben beschreibt einen Kreis und so ist es mit allem, das eine Kraft bewegt. Und das Medizinrad lehrt uns in eindringlicher
Weise darĂŒber nachzudenken, wohin der Kreis des Lebens gekommen ist.
Viele Schamanen aus der ganzen Welt kamen in letzter Zeit in den Alpenraum - in unsere Bioregion. Sie gaben uns die Möglichkeit an ihrem VerstĂ€ndnis fĂŒr Mutter Erde und an ihrer SpiritualitĂ€t teilzunehmen, aber zugleich riefen sie dazu auf:
findet eure eigenen Wurzeln wieder - und damit eigene Rituale, KultplÀtze/Kraftorte und Mythen, die in der soziologischen und psychologischen Entwicklung einer Gesellschaft/eines Individuums eine nachweisbar wichtige Funktion innehatten.
Bei einem Lakota-Schamanen (Sunheart) im Berchtesgadener Land lernte ich so auch Thea kennen, die dort ihren Wunsch Ă€ußerte, in unserer Region ein Medizinrad zur Harmonisierung von Energien zu installieren. Auch sie war inspiriert von einem Mandan-Schamanen (Tacan'sina), der europaweit bereits MedizinrĂ€der baut und sie schlug auch den Marienheilgarten in Großgmain als geeigneten Platz vor.
Kurze Zeit spĂ€ter saßen wir zusammen beim Pfarrer Schmatzberger und er begrĂŒĂŸte dieses Vorhaben und ließ uns einen geeigneten Platz finden.
Intuitiv schlug ich die Herbstsonnenwende als passenden Termin zum Medizinradbau vor. Am Nachmittag dieses Tages und im Jahr des Regenbogens baute sich vor dem Untersberg ein doppelter Regenbogen auf, deren rechter AuslĂ€ufer Großgmain berĂŒhrte.
Es war das Zeichen von Mutter Erde - die Resonanz. Dasselbe erlebten Thea und ich kurz darauf an einem anderen Kultplatz beim Medizinradbau wieder und es bekrÀftigte unser Vorhaben.
Die Folgezeit bis zum Bau war geprÀgt von SynchronizitÀten und doppelten Regenbögen.

Und der 18. September selbst?
WĂ€hrend die Tage vorher regnerisch und neblig waren und an den bevorstehenden Herbst erinnerten, zeigte bereits der frĂŒhe Samstag Morgen, dass der Nebel schon in der DĂ€mmerung die Sterne und kurz darauf die aufgehende Sonne durchließ. Alles deutete auf Harmonie und Einklang hin. Selbst der geplante zeitliche Ablauf war absolut stimmig, obwohl er sich mangels Erfahrung mit grĂ¶ĂŸeren Gruppen und auch in Unkenntnis, der zu erwarteten Mitbauerzahl kaum einschĂ€tzen ließ.
Doch um 9:00 Uhr waren fast alle da. Auch Pfarrer Schmatzberger kam kurz dazu und ließ sich nochmals den Ablauf erlĂ€utern. Dann folgten RĂ€ucherungen, ein Feuerritual, gemeinsames Tönen und Singen und Trommeln.
Die folgenden Stunden waren geprĂ€gt von einer heiligen AtmosphĂ€re, von Aufmerksamkeit, Konzentration, Kontemplation und der Absicht, eine Medizin fĂŒr Mutter Erde und ihre Kinder entstehen zu lassen, nach einem Ritual, das sowohl indianische als auch einheimische, keltische Muster hatte:
- die 36 heiligen Steine nach Sunbear, (am Anfang und Ende waren es 18 Mitbauer, die HĂ€lfte von 36 !)
- der keltische Jahreskreis mit seinen 4 Sonnenfesten und 4 Mondfesten,
- die 12 Tierkreiszeichen
usw.
Jeder Stein hatte seine Auffindungsgeschichte, die oft schon mit der persönlichen Geschichte des Finders verbunden war.
Die Medizinradbauer und insbesondere Od*Chi verstanden es, dem Ritual und vielen Steinen ein passendes Lied zu geben, das dann vom Kreis aufgenommen wurde. Verschieden Instrumente (Trommeln, Rasseln,Flöte, Klangschale, Didgeridoo usw.) ertönten. Und Disharmonien beim Auslegen der heiligen Steine schienen vom entstehenden Steinkreis selber bereinigt zu werden.

Was passierte bei den Erbauern?
Lachende und weinende Gesichter, nachdenkliche und strahlende, in sich gekehrte und euphorische, bittende und dankende....
Wer mit offenem Herzen Medizin herstellt, wird ihre Wirkungsweise selber erfahren und selber geheilt werden.
Im Zentrum des Kreises, der Schöpfungskraft, fanden schließlich noch bunte Erntedankgaben ihren Platz.
Und am Ende des Rituals schenkte ein kĂŒhler Wind AbkĂŒhlung, ließ uns alle durchatmen und wiederum die Resonanz mit Mutter Erde erfahren.
Das keltische Rad als eines der Ursinnbilder der Welt hatte sich im indianischen Medizinrad manifestiert - oder war es umgekehrt?
TatsÀchlich ist dieser Steinkreis mit seiner Symbolik auf der ganzen Welt wiederzufinden und jetzt auch wieder bei uns. Und es werden mehr werden, als Folge der morphischen Resonanz.
Die Wirkung dieser Medizin ist nicht nur beim Herstellen zu spĂŒren, sondern bleibt dauerhaft erhalten und wird durch die Energien der zukĂŒnftigen Besucher sogar verstĂ€rkt.
Zu FĂŒĂŸen der keltischen Anderswelt, dem Herzchakra der Erde - dem Untersberg auf der einen Seite und dem keltischen Sonnenheiligtum (kelt. GrabhĂŒgel und Teufelsloch(Lattengebirge) auf der anderen Seite und auf uraltem heiligen Boden dieser Marienwallfahrtskirche und ihrem außergewöhnlichen Heilgarten entstand als Zeichen der Einheit in Religion und SpiritualitĂ€t und als Zeichen fĂŒr eine Bewußtseinstransformation dieser Steinkreis - dieses Rad des Lebens:

Die Sonne geht ĂŒber den Bergen des Reichenhaller Tals unter - ein strahlender SpĂ€tsommertag geht zu Ende -
Samstag, der 18. September, um 18:30 Uhr:
Ich stehe allein im Marienheilgarten Großgmain vor der Madonna und danke fĂŒr das gute Gelingen
und ich weiß, dass es ein weiterer Schritt war.....

Ich danke allen Mitbauern, dem Pfarrer Schmatzberger, Mutter Erde und dem Großen Geist.