Ostara 2009 – ein heiliger Berg und seine weißen/weisenWege

12 Ostara-Pilger trafen sich um 5 Uhr früh am Seeufer des Wolfgangsees gegenüber dem Zwölferhorn im Salzkammergut. Die letzten Meter der Anreise hatten es allerdings in sich. Ich war bereits bei starkem Schneefall zuhause ins Auto gestiegen und kurz vor dem Ziel erwartete mich eine dünne Schneeschicht auf der Zufahrtsstraße. Und vor der Abfahrt zum See stand ein Schild: Schneekettenpflicht. Ein Auto stoppte bereits davor und ich stellte mich daneben. Gemeinsam inspizierten wir die Fahrbahnkonsistenz – sie erschien noch griffig. Der große Allradgeländewagen vor mir setzte sich in Bewegung und fuhr hinunter, um schon nach wenigen Meter etwas zu Schlingern. Kurz darauf stand ich selber quer in der Fahrbahn. Es ging trotzdem gut aus. Wir parkten dann eben auf der nächsten Zwischenebene die Fahrzeuge, um die letzten paar hundert Meter zu Fuß abzusteigen. Inzwischen wurde schon per Handy nach unserem Verbleib gefragt. Das letzte starke Gefälle zum Seeufer war aber absolut trocken und in der Dunkelheit leuchteten uns schon ein paar Stirnlampen entgegen. Die Umrisse eines Räucherrituals waren zu erkennen. Wir sammelten uns und ich gab vor der Gruppe eine Wegbeschreibung und bat um Stille beim Aufstieg.
Wenige Meter später erwartete uns die erste Station: die Schlupfwurzeln eines Wächterbaums. Ohne Worte begannen einige das erste elementare Reinigungsritual.

Nun beendete ein Rotkelchen die Stille der Nacht – es begann zu dämmern und wir betraten den Pilgerweg – nicht ohne vorher die Wesenheiten um Einlass zu bitten.
Der Weg war zunächst trocken, ging aber schon bald in Schnee über – in bewusstes, „geerdetes“ Stapfen und Steigen.
Am Scheideweg angekommen, hatten die Vorzeichen bereits auf den Weiterweg zum heiligen Falkensteintal und nicht zum „Gipfelsturm“ hingewiesen. So standen wir schnell vor der verschneiten Steinpyramide neben der ArmeSünder-Kapelle. Der Ursprung jenes Brauches hier einen mitgebrachten Stein abzulegen, hat eben nichts mit Sündenbuße zu tun, wie es ein Taferl neben der Kapelle beschreibt, sondern mit dem Dankesopfer, mit dem Geschenk an die Urmutter und Berggöttin, der hier am Falkenstein gehuldigt wurde. An diesem Morgen wuchs jedenfalls dieser „unchristliche“ Steinhaufen wieder an.

Noch ein wenig Schnaufen und wir betraten das heilige Areal des Falkensteintals. Tief verschneit und in der ersten Morgenhelle empfing es uns. Schließlich konnten wir hinauf sehen – zur Höhlenkapelle. Wenige Meter zuvor hatte ich noch auf jenem symbolträchtigen Steinschlag vor genau einem Jahr hingewiesen, als ein Fels das Kirchendach durchschlagen hatte und vor dem Altarraum zum Liegen kam. Und was zeigte sich uns nun?
Da lag fast an derselben Stelle am Dach der Kirche, das letztes Jahr wieder instand gesetzt wurde, ein ebenso großer Eisklumpen. Er hatte diesmal das Dach nicht beschädigt, aber die Wiederholungstat der Natur unterstrich auf eindrucksvolle Weise, wem hier Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gebührt: den Steinen, dem Fels, dem Berg – der Natur und ihrer Seele.

Wir sammelten uns vor der Kirche. Ich ließ den Alperer in alle 4 Himmelsrichtungen ertönen und lud die Spirits zu unserer Ostara-Feier ein. Die Antwort war das Echo (der Geister) – und ein Specht, der sein Morgenwerk begonnnen hatte.
Wir betraten die Kirche und packten unser „heilig’s Graffi“ aus. Trommeln, Rasseln, Zimbeln, Räucherwerk, Kerzen, Speis und Trank. In der Kulthöhle entzündete ich Kerzen und räucherte mit Kiefernharz. Bald wurde es sehr lebendig. Ein bayerisches Mantram ließ die Heimat zu uns sprechen.

Die Trommeln und Rasseln erzeugten eine dichte energetische Atmosphäre in der nun einzeln die Ostara-Pilger die letzten Stufen zum Spaltfelsen erklommen und Durchschlupften und Abstreiften, sich Erdeten, Heilwurden, Wünsche und Sorgen dem Felsen übergaben – aus dem Winter in den Frühling gingen.
Und jene Frühlingssonne hatte schon während des gemeinsamen Musizierens durch die Kirchenfenster geblinzelt.

Der neue „(herab-)gestürzte Wolfgangsstein“ stand schließlich im Zentrum unseres Schlusskreises. Jener „einfache“ Stein spricht eine deutliche Sprache – er zeigt mehr Heiligkeit, als all die dicken Kirchenmauern, die ihn und uns umgeben. Es ist Zeit für den Andachtsjodler!

Mit dem Läuten den Wunschglocke verlassen wir diesen wunder-vollen Ort. Und noch während die Gruppe durch eine tiefe Schneespur ins hintere Talende stapft, taucht die über der Passhöhe aufgegangen Sonne das weiße (weise) Falkensteintal in ein zartgoldenes Licht.

An der Quelle der Inspiration tanken wir vom heiligen Wasser, nehmen einen kräftigen Schluck oder füllen unsere Flaschen auf.

Am Rückweg halten wir ein letztes Mal unterhalb der Wolfgangskirche. Und jetzt begrüßt und verabschiedet er uns – der Namensgeber dieses Ortes, der Falke. Ein Abschiedsgeschenk, das berührender kaum sein kann.

Dank der sonnigen Wandlung dieses Morgens beschreiten wir am „Scheideweg“ den kurzen Aufstieg zum Beginn des Gipfelareals. Denn dort, oberhalb des Wolfgangsees am Grat, stehen die Wächterbäume: die Liebenden.
Wir schließen noch einmal den Kreis und nehmen die Liebenden in unserer Mitte auf. Zwei Bäume zeigen uns, was die wahre Kraft des Universums darstellt: Liebe und Verwurzeltsein – Heimat.
Am späten Vormittag trifft sich die ganze Gruppe noch einmal in einem Gasthof oberhalb des Wolfgangsees.

Wir bekommen einen letzten Blick auf den Falkenstein und noch während wir im gemütlichen und warmen Gastraum Ostara in uns nachwirken lassen, fällt ein weißer Schleier über See und Berg.

Dichtes Schneetreiben hat eingesetzt und das Erleben der warmen Frühlingssonne im Falkensteintal scheint so weit zurückzuliegen
– oder war es nur ein Traum?

OSTARA 2007
Frühlingsfest am Falkenstein - am 18. März 2007

Und wieder hatte uns ein heiliger Berg zum Jahreskreisfest gerufen. Ostara – die germanische Frühlingsgöttin – sollte wieder alpenschamanisch in Österreich bei der Osterhorngruppe gefeiert werden. Es heißt, beide Namen seien von eben jener Göttin abgeleitet.
Die Wettervorhersage war jedoch zunächst alles andere als festlich. Ein Wintereinbruch sollte ausgerechnet ab Sonntag bevorstehen. Der Winter, der nun endete war jedoch bisher ein Frühling – und der kalendarisch beginnende Frühling sollte zum Winter werden?
Doch es kam wieder einmal, wie es eben so oft an heiligen Berge zu erleben ist, ganz anders.

Fast 30 Festgäste fanden sich um 5 Uhr früh in der Dunkelheit am Seeparkplatz Fürberg ein – umgeben von leichtem Nebel und einem Sternenhimmel über uns. Gäste u.a. aus Graz, Herrsching am Ammersee, Kärnten und sogar aus der Schweiz begrüßten sich im Dunklen tastend. Viele sahen sich zum ersten Mal und „erkannten“ sich erst in der Morgendämmerung am Gipfel. Noch am Parkplatz erwachten die ersten Vogelstimmen.
Der Pilgerweg zum Falkenstein ist ein Weg des Erkennens – der eigenen und äußeren Natur. Und symbolisch gehen wir zum Frühlingsbeginn aus der Dunkelheit des Winters in die aufgehende Frühlingssonne. Der Falkenstein und seine Wesen bereiteten uns wieder ein einmaliges Schauspiel voller Dramatik und erhabener Schönheit.
Bei der Schranke kurz nach dem Beginn des Pilgerwegs gab ich noch ein paar Worte zum Pilgerverlauf. Ich empfahl bei den Ortsgeistern um einen guten Verlauf und um Einlass zu bitten, bat um Schweigen während des Aufstiegs, um das „Geplärre“ des Alltags zurückzulassen und das Erwachen der Natur mit allen Sinnen erfahren zu können und erklärte den - nach dem Sonnenkult am Gipfel und dem Heilwasserschöpfen an der Quelle –abschließenden, uralten Durchkriechbrauch in der Höhlenkirche. In diesem Moment ertönte der Ruf einer Eule – es war zugleich der letzte Ruf eines Nachtvogels. Es bedeutet für mich, die Erklärung zu beenden und mit dem steilen Aufstieg in die aufkommende Morgendämmerung zu beginnen. Den eigenen Atem wahrnehmen, sein Herz spüren, seinen Partner an der Hand, Gedanken an das letzte schneereiche Frühlingsfest am Falkenstein. Stille. Schweigen. Die Lebewesen des Waldes erwachten. Die Vogelstimmen wurden immer zahlreicher und lauter. Manche „Signalplätze“ am Aufstieg waren nur schemenhaft zu erkennen – aber dennoch zu spüren: Die hölzernen Wächter am Wegesrand, die Stierkopfwurzel, die „liebenden“ Buchen, der Drachenwurz...
Bei einem kurzen Innehalten und Stehenbleiben vor dem letzten Anstieg auf den Gipfelgrat setzte plötzlich ein Specht mit seiner Arbeit an. Der Morgen hatte begonnen und es wurde Zeit, die letzten Höhenmeter zu bewältigen.
Das Hinaustreten vom Wald in das Gipfelareal gehört immer wieder zu den spektakulären und atemberaubenden Anblicken. Da breitete sich unter uns ein Nebelmeer aus, durch dessen Lücken man den Wolfgangsee sehen konnte. Alles war noch in ein fahles Licht getaucht, das jetzt aber von Minute zu Minute sich zu erhellen begann. Schließlich standen wir am Gipfel – unter uns die Drachenwand und über uns die Himmelspforte (der tatsächliche Name eines Felsspaltes am Schafberg) und die teilweise schneebedeckten Gipfel der Osterhorngruppe zeigten sich noch als dunkle Silhouetten.
Jetzt durften wir für ein paar Momente durchschnaufen und rasten.
Dann begann ich rasselnd die Geister der 4 Winde, des Himmels, der Erde und die Falken zu rufen. Wir warteten nun auf die Zeichen der ersten Morgenröte. In einem Bergeinschnitt färbte sich schließlich eine (die einzige !) Wolke zartrot ein – die Frühlingssonne hatte ihr Wirken begonnen. Trommelnd und Rasselnd begrüßend wir Großvater Sonne. Das Schauspiel hatte begonnen. Ein Gipfel nach dem anderen begann sich rötlich einzufärben. Nebelgeister züngelten immer wieder dazwischen. Ein leichter, kurzer Wind aus dem Osten bestätigte die Anwesenheit der Spirits. Ich stimmte mit Unterstützung der „Himalaya-Bergquetschn“ das bayrische Mantram „Ob’n drob’n – am Falkenstoa kemma z’samm...“ an.
Das Nebelmeer unter uns hellte sich als letztes auf. Kurz vor dem Abstieg, als wir gerade den uralten Kultplatz über der Drachenwand passiert hatten, blitzte die Sonne über der Flanke des Schafsberges hervor und alle nahmen dankend ihre wärmenden Strahlen auf.
Beim Hinüberwandern ins Höhlental hörten wir zum ersten Mal den Ruf der Falken. Sie saßen wohl direkt über dem Höhlengelände.
Nach einer kurzen Pause zum Wasserschöpfen an der Heilquelle zelebrierten wir den Durchkriechbrauch in der Höhlenkirche. Zunächst wurde die Höhle mit Kerzen illuminiert und mit Räucherwerk gereinigt. Zu dem Klang von Trommeln und Rasseln begann das „Durchschlupfen“ durch die enge Höhlenpassage. Jeder konnte so den Segen des Falkensteins erlangen, Sorgen, Probleme oder Krankmachendes absteifen oder sich einfach mit der Energie jenes Kraftortes verbinden.
In der warmen Frühlingssonne vor der Kirche gab’s abschließend noch eine Jause zu der immer mal wieder die Wunschglocke der Höhlenkapelle ertönte. Wir saßen zwischen Schneerosen, Feuersalamander und Nebelgeistern, die die Kulisse des Tals in eine mystische Atmosphäre verwandelten. Beim Abstieg am Vormittag kamen uns die ersten "normalen" Pilger entgegen.

Ein großer Teil der Ostara-Pilger kam danach zu einem Kaffeplausch in Fuschl am See zusammen, bevor sich die Gäste wieder in alle Himmelsrichtungen und in einen wunderbar warmen Frühlingstag verabschiedeten.

Herzlichen Dank an die Wesen des Falkensteins und alle Spirits.
Jetzt ist es Frühling geworden – auch wenn er uns heute (19.3.07) ziemlich weiß überrascht.

OSTARA 2005
“Das Sonnenfest und das Wasser” - am 20.03.05.

das war es wohl in erster Linie: eine Begegnung mit den Wassergeister
- und begann in der Nacht zum 20 März, indem Schmelzwasser oder Regenwasser die Flüsse und Bäche anschwellen ließen.
Um 3:25 Uhr aufstehen , nach unruhigem Schlaf - was macht man nicht alles, um die Jahresfeste gebührend zu feiern - und im Halbschlaf mit dem Markus Richtung Mondsee/Wolfgangsee düsen.
Das Schneekettenplicht-Schild steht zwar immer noch an der Abfahrt zum See, aber der Schnee ist weg - zumindest auf der Straße. Die letzten Meter der Straße sind allerdings eher als Wasserrutsche zu bezeichnen und der Parkplatz war auch eher wässrig.
Trotz ungemütlichen Wetters und Nebel am See fand sich eine Gruppe von 11 Falkensteinbesuchern zusammen und die meisten aus dem Lande der OSTARA-Göttin. Das mußte ja wohl gut passen.
Der steile Aufstieg führte auch noch über Schnee und ließ uns stapfen und schwitzen....Wasser rann außen und innen über unsere Körper. Die Abzweigung zum Falkensteingipfel war allerdings schneefrei und nach kurzer Besprechung wurde der Anstieg zum Gipfel beschlossen.
Und der Gipfel war ebenfalls aper, allerdings lag er im Nebel und die Dämmerung mühte sich über die Nebelgeister Oberhand zu bekommen. Bei der Anrufung der 4 Winde meldeten sich Raben im Osten und Westen und damit vom Ost- und Westende des entsprechend ausgerichteten Bergrückens. Die Raben als Vertreter der Falken?
Noch während des Trommelrituals begann es zu schneien. Der Winter wollte sich zum kalendarischen Frühlingsbeginn nicht verabschieden. Dieser Winter hatte es in sich.
Bald zog es uns hinüber ins Areal der Kulthöhle. Doch schon der Abstieg zum Tal der Höhlenkirche und der Heilquelle bot einen ungewöhnlichen Anblick:
das Tal war ein großer See aus Schmelzwasser geworden. So hatte ich das Tal bisher noch nicht gesehen, liegen dort sonst nur grüne Wiesen neben einem schmalen Bachrinnsal. Wir laben uns am Heilwasser im Quellhaus und Waldläufer stimmt seine Ode an das Wasser an und wie er uns später in der Kirche erklärt, ist die Tagesqualität nach dem Maya-Kalender heute das Wasser. Wer hätte das gedacht... *g*
Und wieder mal werden einige Fotos von dem heiligen Quellort gemacht UND
die Wassergeister zeigen sich.
Ich bin völlig fasziniert. Nicht nur, dass wir das (Schweiß- und Regen-)Wasser an unseren Körpern spürten oder den Wassergeist durch das Trinken des Heilwassers in uns aufnahmen, diesmal zeigen sich die Wesenheiten auf den Fotos mit riesigen Lichtkugeln. Ich hatte schon viele dieser Phänomene gesehen - eines der eindrucksvollsten auch letztes Jahr in der Höhlenkirche - aber dies übertrifft alles Gesehene. Christine und Helmut II. machen fast identische Fotografien von der Kirche (von der Heilquelle aus gesehen).
Für die Skeptiker sei vermerkt: zu diesem Zeitpunkt regnete es nicht mehr!
Wir umgehen das "Seetal" am "Ufer", da der eigentliche Weg im Wasser verschwindet.
Und dann nimmt die Höhlenkirche die Ostara-Gruppe auf.
Emsiges Treiben herrscht:
Kerzen entflammen und werden verteilt, ich nehme bei den Besuchern eine reinigende Räucherung vor, die Wunschglocke ertönt immer wieder und wir "richten uns ein" und schmücken die Kulthöhle. Ein Didgeridoo erklingt in der Höhle und zarte "Indianerflötentöne" sind zu hören. Und dann füllen Trommelklänge den heiligen Raum.
Ich berichte über die Bedeutung des Ostara-Festes und von der Geschichte des Falkensteins und seine Kultes und der Waldläufer macht uns mit dem Mayakalender vertraut. Dann singen wir zum Klang der Shrutibox Mantren für die Naturgeister und Elementarwesen.
Nachdem Körper, Geist und Seele gestärkt sind und jeder den Durchkriechbrauch in der Höhle zelebriert hat, steigen wir wieder ab zum See.
Mit einer gemeinsamen Einkehr in ein Cafe bei St. Gilgen (natürlich direkt am Wasser bzw. Seeufer) endet für die meisten das Fest. Mit Markus und Waldläufer beschließe ich mittags im nahegelegenen Europafriedenszentrum des Benediktiner-Klosters Gut Aich den Falkensteinbesuch bei einer ökomenischen Friedensmeditation
- auch wenn uns dreien dabei die Schlafgeister (vom frühen Aufstehen und dem kurzen Nachtschlaf) sehr nahe kommen.
Falkenstein, Ostara 2005, ein sehr wassergeladenes Sonnenfest.
Und heute rinnt mir Wasser aus der Nase....
aber zuhaus ist ja noch etwas abgefülltes Heilwasser vom Falkenstein übrig.

Ich danke allen Wesenheiten und dem Großen Geist
für das gelungene Fest und die besonderen Erfahrungen.

Ostara 2004
”alpenschamanische Begegnungen “
am Falkenstein / Wolfgangsee im Salzburger Land - Frühjahrstagundnachtgleiche - am 21.03.2004


Bereits die Anfahrt zum Wolfgangsee verläuft unter einem funkelnden Sternenhimmel und damit steht fest, dass wir erst zum Falkenstein direkt aufsteigen weden, um die Sonne zu begrüßen.
Schon dass Treffen am Seeparklpatz wird zum eindrucksvollen Erlebnis. In der Dunkelheit sind nur ein paar Lichter zu sehen und wir begrüßen uns teils tastend und teils suchend. Viele kennen sich noch gar nicht und nehmen zum ersten Mal Kontakt mit Menschen auf, die das Erleben eines besonderes Festes hiergeführt hat. Auch ein "lebendiges" Krafttier ein Hund - bekommt seine Streicheleinheiten.

Um kurz nach 5:00 Uhr erscheinen die letzten Gäste: die Waldschamanin und der Waldläufer und wie geplant, kann nach kurzen Hinweisen auf die Bedeutung des bevorstehenden Weges, um 5:15 Uhr der Aufstieg beginnen.
Inzwischen hat es zu dämmern begonnen und das matte Licht taucht den teiweise mit Nebelschwaden bedeckten See in eine unwirkliche Szenerie. Ein Aufstieg in eine andere Realität?
Der steile erste Wegabschnitt verlangt das Sammeln unserer noch müden Kräfte, aber die Energie dieses Pilgerweges hilft uns dabei. Nach der Abzweigung zum Falkenstein wird der Weg zum Steig, aber dann auch angenehmer gehbar und die anfänglichen leisen Gespräche verstummen, denn jeder geht nun für sich allein durch die folgenden Hohlwege und Mulden, die durch dunkle Felswände und urige Bäume geprägt sind. Hier wechseln die Energien ständig. Die Kobolde, Gnome, Trolle und Nachtfeen werden auch stiller, je mehr aus dem fahlen Lichtschimmer durch den Wald der Beginn eines besonderen, lichtvollen Tages sich ankündigt.
Und dann die letzten Meter:
5:50 Uhr - wir treten hinaus auf den Gipfelgrat. Tief unter uns der Wolfgangsee, der Himmel ist klar und in zartes Morgenblau gehüllt und gegenüber die Berge der Osterhorngruppe und das Zwölferhorn. Ein atemberaubender Anblick.... wenig Zeit, um zu verschnaufen, und in Resonanz mit dieser Aussicht zu gehen, etwas zu trinken. Eine wohlige Unruhe macht sich bemerkbar: es steht etwas bevor. Wir nehmen mit den Erdgeistern Kontakt auf, platzieren unser Gepäck holen schamanisches Handwerkszeug hervor. Die ersten Rasseln erklinge, bald setzen die Trommeln ein und dann beginnt der Berg zu vibrieren von rufenden, begrüßenden, singenden Klängen. Die Bergspitzen werden langsam in das warme Rotlicht einer jungen Sonne getaucht. Erwartungsvolle Aufregung greift um sich, die Trommeln und Rasseln werden kräftiger. Die Nebelgeister züngeln immer wieder kurz zu uns herauf - ein bizarres, fast unbeschreibliches Schauspiel.
Und dann höre ich ihn - ich halte mit meinem Trommeln inne, frage den Waldläufer, was dort unter uns in der Falkensteiner Wand fliegt:
der Falke ist zu uns gekommen
angeregt von den Energien des anbrechenden Tages und der aufgehenden Sonne und der pulsierenden Trommelrhythmen. Das Ereignis macht schnell die Runde. Leuchtende Augen, strahlende Gesichter. Für 2 Falkensteinbesteiger hat sich der Wunsch nach dem Kontakt mit ihrem Krafttier erfüllt.
Die Sonne ist noch nicht ganz über den Bergrücken gestiegen. Die Waldschamanin verteilt Eier, die aus ihrem Hühnerstall stammen - ein alter Brauch zu Ostara, der den Beginn der fruchtbaren Zeit symbolisiert. Worte wechseln die Besitzer, Gespräche befreien von den extremen Sinneseindrücken, heiliger Rauch steigt gen Himmel
und dann erhebt sich die Sonnengöttin über den Berg
und wird begrüßt von den anschwellenden Trommelklängen. Gesungene, gedachte, gerufene Gebete sind vernehmbar und plötzlich kehrt der Falke - diesmal in Begleitung - zurück, steigt unter uns auf, scheint den Falkenstein zu umkreisen. Die Sonnenstrahlen können noch nicht gegen die Kälte und den Wind ankommen, so dass wir bald zur Höhlenkirche aufbrechen - vorbei an mächtigen Baumgeistern, seltenen Feuersalamandern und einem durch Pilger entstandenen Steinhaufen - einem Ritual, das man eigentlich nur aus den Himalaya-Regionen kennt. Die Gespräche sind jetzt wach geworden und von der Sonne gestärkt.
Und mir gehen die Augen über, als sich nach der letzten Wegbiegung die Kirche im warmen Sonnenlicht erstrahlt vor uns steht und die enorme Energie dieses Tales, welches auf einer Erdenergielinie liegt, fast greifbar erscheint. Die Kapelle mit dem Quellheiligtum am Talende ist noch von Schattengeistern besetzt.
Wir lassen uns an der warmen Kirchenwand in der Sonne nieder und ich berichte über die Geschichte dieses Kultplatzes und Kraftortes.
Kerstin und ich bereiten danach das eigentliche Hauptritual vor: das Durchkriechen durch eine schmale Felskluft ins Höhleninnere, das durch uns mit zahlreichen Kerzen und Räucherstäbchen geschmückt wird. Mit dem Läuten der Wunderglocke werden unsere schamanischen Falkensteinpilger zum Eintreten aufgefordert und bald ist der ganze Kirchenraum wieder mit Trommelklängen erfüllt.
Jeder geht auf seine Weise mit der heiligen Energie der Höhle in Resonanz. Das darin Erlebte wird für jeden ein persönliches Geheimnis bleiben. Später zeigt sich auf einem der Fotos ein interessantes Lichtphänomen am Aufgang zur Höhle - dort wo wohl die meiste Energie und die meisten Erwartungen und Gedanken sich manifestiert hatten.
Zum Abschluss zelebrieren viele den Brauch des Wunschläutens mit der Kirchenglocke, bevor wir uns wieder in die jetzt gestärkten Sonnenfluten begeben, die Umgebung erkunden und von der Heilquelle Wasser trinken und schöpfen.
Das Ostara-Fest endet auf einer sonnigen Seerestaurantterrasse in St. Gilgen - geniessend, quatschend, essend und trinkend. Gegen Mittag verteilt sich der bunte alpenschamanische Haufen wieder in alle Himmelsrichtungen.....
das erste alpenschamanische Begnungsfest ist ein Stück Geschichte geworden.
Und auf der Rückfahrt begegnen uns die Sturmgeister und in den folgenden Nachmittagsstunden verdunkelt sich der Himmel und bald regnet es in Strömen. Die Naturgeister waren uns freundlich gestimmt.

Ein Dankeschön an Mutter Erde, all die Elementarwesen, Naturwesenheiten und Krafttiere
und die Gäste für ihr Kommen