SAMHAIN 2008

SAMHAIN 2006
“Samhain und die Wassergeister” - 31.10.06  

Bei unserem Treffen in der DĂ€mmerung beim Wanderparkplatz, den unsere Autos bereits gefĂŒllt hatten, kam mir ein etwas geknickter Freund Markus entgegen:
„In unserer Samhain-Höhle sind die Wassergeister aktiv“ meinte er
und damit war die Höhle nur schwer begehbar und daher zu riskant fĂŒr ein gemeinsames Fest.
Hatte ich nicht mit meiner Partnerin vor 2 Tagen in einer anderen Höhle Brennholz fĂŒr den Winter eingelagert? 
Die Karawane wendet nach meiner kurzen ErklÀrung und Umdisponierung
und schließlich sahen wir uns kurz darauf hoch ĂŒber den DĂ€chern von Bad Reichenhall wieder. Die Stadt zu unseren FĂŒssen funkelte zu uns herauf
und vom Predigtstuhl leuchtete der Halbmond zu uns herab. Es war mild - aber windig.
Wir stapften ĂŒber einen laubbedeckten dunklen Waldweg auf unsere „neue“ Samhain-Höhle zu.
Und wir "Höhleneltern" illuminierten den "grĂŒnen Tempel" mit Fackeln.
Schnell brannte ein wĂ€rmendes Feuer und ich lud die Spirits ein. Danach ertönten die Trommeln fĂŒr die Ahnen.
Schließlich breitete sich Stille aus - Samhainstille. Das Feuer knisterte und um die Höhle herum rauschten die Windgeister
(oder waren da schon ein paar Wintergeister dabei ?).
Irgendwann "erwachten" wir aus dieser Einkehr und Besinnung und wir teilten, was die RucksÀcke hergaben:
PlĂ€tzchen, GlĂŒhwein, Ingwerstangen, Allerseelenweckerl....
Und wir feierten und sangen und trommelten.
Und dann begannen 2 Höhlenbesucherinnen mit ihrem "Amazonenjodler"
und legten noch weitere stimmakrobatische Zugaben drauf.
Und im Schlusskreis - ĂŒber der letzten Feuerglut - stimmten alle in den Andachtsjodler ein.
In der Nacht begann es zu regnen und die Temperatur fiel...
aber die SamhaingÀste lagen bereits alle in tiefem Schlaf
und trÀumten von Feuer- und Windgeistern,
von den Ahnen, die mit uns zu Samhain sprachen,
von dem Funkeln einer stillen Stadt zu unseren FĂŒssen
und von dem beginnenden Neuen Jahr.

PS:
im Laufe des nĂ€chsten Tages – Allerheiligen – wurde der Alpenraum weiß ĂŒberzuckert...

SAMHAIN 2005
“Der GOLDENE OKTOBER 2005 - ein Herbstmonat in den Alpen, wie er schöner nicht sein konnte. “ - 31.10.05

Und am Ende jenes Herbstmonats endet das keltische Jahr und beginnt die dunkle Jahreszeit. Im keltischen Jahreskreis ist es das wichtigste Fest - entsprechend unserem Silvester. Das VerstÀndnis unserer Ahnen von den Zyklen der Natur war noch ein anderes - ein tieferes, verbunden mit Mutter Erde, aus dem wir in unserer technikhörigen Zeit lernen können, mit dem Herzen zu sehen.

Samhain in der Höhle...
Es bedeutet fĂŒr mich, Licht und Dunkelheit bewußt wahrzunehmen und anzunehmen, dass beides miteinander verbunden ist. Nie ist es stĂ€rker zu spĂŒren, als in jenen kommenden Monaten, in den wir in uns jeden Sonntag Abend in jener Ursprungshöhle treffen, um fĂŒr Mutter Erde zu trommeln.
Könnte es einen bezeichnernden Namen fĂŒr diese Höhle als "Ursprungshöhle" geben? Dort sind wir immer wieder den UrsprĂŒngen des Lebens nahe, dem Wasser, als tragende Lebenskraft, geborgen im Bauch von Mutter Erde und der Dunkelheit, als stille VerbĂŒndete.
20 FestgĂ€ste trafen sich, um einen Weg ins Licht und in die Dunkelheit zu gehen und gemeinsam den Jahreswechsel zu feiern. Beim Abstieg ins "Tal der 1000 KrĂ€uter" kommen wir an den "7 BrĂŒnnen" vorbei, jenen immersprudelnden Karstquellen und begegnen der Magie von Wasser und der Zahl 7, von der es heißt, dass die Beobachtung der Zahl sieben in verschiedenen Naturerscheinungen, wie zum Beispiel die sieben Töne der Tonleiter oder die sieben Farben des Regenbogens, zu ihrem Ansehen beitrug. Die Zahl 7 nimmt in der Geschichte, in den Religionen, sowie in den Naturwissenschaften Biologie und Mathematik eine bedeutende Stellung einnimmt. Es scheint fast, als ob die Zahl 7 die Grenzen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu ĂŒberwinden vermag.
Sieben wurde zur Zahl der FĂŒlle, der Vollkommenheit.
In der DĂ€mmerung nehmen wir die 7 BrĂŒnnen nur noch schemenhaft wahr - eher reagieren unsere Sinne auf das Rauschen der Quellen, zu deren UrsprĂŒngen uns unserer Weg fĂŒhren soll. Noch vor dem Betreten des AlmgelĂ€ndes können wir durch den Wald Lichter wahrnehmen - Lichter, die uns die Lage des Spaltfelsen markieren:
ein Guter Geist war bereits vorausgegangen, um jenen Lichtzauber entstehen zu lassen und seine Wirkung ist atemberaubend und eindrucksvoll.
Kurz nach Betreten der Almwiese werden die ersten Sterne sichtbar und als wir an dem Fackel- und Kerzenerleuchteten Spaltfelsen stehen, hat sich ĂŒber uns der Sternenhimmel ausgebreitet. Es ist still geworden. Die letzten Worte haben sich bereits auf dem Weg in der hereinbrechenden Dunkelheit verloren.
Ich erklÀre die Bedeutung der alpinen DurchkriechbrÀuche und lade ein, es heute als Segens-,Reinigungs-, Heilungs- oder Initiationskult zu zelebrieren, so wie es eben gerade der individuellen Verfassung entspricht:
In der NĂ€he - vor der dunklen Shilouette des "Zauberwalds"- flackern die nĂ€chsten Kerzen - direkt am Portal der Steinmandl. Wir betreten die Anderswelt durch das Steinportal und stehen schließlich vor dem erleuchteten Medizinrad. Hier soll das Samhain-Fest enden.
Die Kerzenlichter fĂŒhren uns weiter durch den Wald und schließlich stehen wir vor dem Aufstieg zur Höhle. Wir setzen 3 Schwimmkerzen in den See zu FĂŒĂŸen des Höhlenportals, um sie fĂŒr ein gutes Gelingen zu opfern.
Der Gute Geist hat bereits als Aufstiegshilfe ein Seil gespannt und so haben wir die letzte HĂŒrde bald geschafft. Im Höhleneingang bitten wir still um Einlass, bevor wir im Bauch von Mutter Erde aufgenommen werden.
Auch der Altarraum ist schon von ein paar Kerzen erhellt, doch nachdem jeder seinen Platz gefunden hat, schenken wir ihm das Licht von vielen weiteren kleinen und großen Kerzen. NaturaltĂ€re entstehen in Nischen und auf Felsen - der GrĂŒne Tempel wird geschmĂŒckt. Bald erfĂŒllt Salbei- und Weihrauch den Altarraum und ich lade rituell die Spirits ein. Trommeln und Rasseln erklingen zum ersten Mal und Franz entzĂŒndet das heilige Feuer mit einem Agni Hotra-Ritual, das von Mantren begleitet wird. Erneut erhebt sich der Klang der Trommeln, doch diesmal gesellen sich alle anderen Instrumente (Shrutibox, Zimbeln, Steine) dazu und schließlich das archaische Tönen menschlicher Stimmen. Alles schwingt. Alles ist eins. Mitakuye Oyasin.
Dann wird das Fest-Buffet eröffnet...
jeder teilt, was die Tiefen der RucksÀcke hergeben - vom "Schwiegermutterkas" bis zum selbstgemachten Apfelkuchen, vom "Portal der Sinne"-Tee bis zum Sekt...
Wir feiern mit den Ahnen.
Zum Abschluss danken wir mit Gesang und Trommeln dem "Great Spirit".
Draussen beim Medizinrad treffen wir uns. Es ist wieder still geworden. Über uns hat sich eine funkelnde Sternenwelt ausgebreitet.
Als letztes Naturritual bilden wir den Abschlusskreis. Wir stehen am Medizinrad. EindrĂŒcke ĂŒberfluten uns:
die Bilder eines Samhain-Fest in der Anderswelt einer heiligen Höhle,
die Kraft des Tals der 1000 KrÀuter um uns herum
die Wirkung ritueller Arbeit auf unser körperliches Energiefeld
die Anwesenheit der Elementarwesenheiten und der Naturgeister
SehnsĂŒchte, Emotionen, TrĂ€nen....
Ich danke allen Spirits und dem Großen Geist fĂŒr ihr Begleiten.
In der Bauernstube des Reichenhaller BĂŒrgerbrĂ€us treffen sich noch einmal fast alle FestgĂ€ste und um Mitternacht bietet sich uns draußen jenes Schauspiel:
Die Samhain-Nebel sind erschienen - die SphĂ€ren sind dĂŒnn geworden. Die dunkle Jahreszeit hat begonnen!
Die FestgÀste fahren nach Hause - in alle Himmelsrichtungen:
in den Pinzgau
in den Innkreis
nach MĂŒnchen, Salzburg usw.
Der Goldene Oktober ist vorbei und tatsĂ€chlich - am nĂ€chsten Morgen nehme ich eine andere Jahresenergie wahr. Die Sonne blitzt nur noch am Morgen kurz durch die Wolkendecke, dann ĂŒbernehmen die Wolken- und Nebelgeister die Regie.... Es ist Allerheiligen, November und der Sonnendurchgang am Agnesloch steht in diesem Monat bevor. Das Wechselspiel von Dunkelheit und Licht, von Visionen und TrĂ€umen bestimmt die nĂ€chste Zeit und die RauhnĂ€chte werfen ihre Schatten voraus.

SAMHAIN 2004
”Die gnĂ€digen Höhlengeister und das Samhainfest“ - am 31.10.04

Samhain in den Bergen ist vorbei und es war spannend bis zuletzt, ob uns der Bauch von Mutter Erde aufnehmen wĂŒrde....
Schon tagsĂŒber kamen immer wieder Anrufe, ob denn bei dem intensiven Regen ĂŒberhaupt was stattfindet, aber ich war die letzten beiden Tage in der Quellhöhle und sie war trocken. Also bestand die Hoffnung, dass sie auch trotz einsetzendem Starkregen noch ne zeitlang trocken bleiben wĂŒrde.
Im Laufe des Nachmittags hatte der Regen aufgehört und beim Treffen am Parkplatz zeigte der Himmel bereits WolkenlĂŒcken. Nach Verteilung auf weniger Autos fuhren wir hinauf zur Paßhöhe - und hinein in dichten Nebel.
Es heißt, dass im Nebel die SphĂ€ren zur Anderswelt noch durchlĂ€ssiger sind, als sie es zu Samhain sowieso schon sind. Und so stiegen wir durch den Nebel zu den Almen, vorbei an den "7 BrĂŒnnen" - die den Beginn der Anderswelt markieren. Und im Strahl der Lampen seh ich jetzt endlich, dass der Bach tatsĂ€chlich trocken ist und damit die Höhle begehbar ist. Wieder einmal sind uns die Wetter- und Wassergeister gnĂ€dig, um ein Fest zu Ehren von Mutter Erde zu feiern.
Der Weiterweg fĂŒhrt uns zu einem großen, gespaltenen Felsblock, wie manche ihn im ganzen Alpenraum als Durchkriechsteine kennt, die zu Urzeiten zum Segnen und Reinigen genutzt wurden und eine stark verĂ€nderte Strahlung aufweisen - sogenannte Kraftorte. Und in der Dunkelheit lassen wir den alten Brauch wieder aufleben und bereiten uns auf den Weg durch den Gnomenwald und auf den Einstieg in die Höhle vor.
Mit Seil und Fackeln sicher wir den Eingangsbereich und dann drÀngt alles hinein - in die Unterwelt, in die Anderswelt - in den Bauch von Mutter Erde.
In der Vorhalle bitte ich die Spirits, uns aufzunehmen und mit uns ein schönes Fest zu erleben. Die Besucher werden abgerĂ€uchert und ich erklĂ€re die Struktur dieser Höhle. Wir betreten den Altarraum, der bereits durch eine Kerze von meinem Vortagsbesuch erhellt wird. Jeder sucht sich einen geeigneten Platz, um sich dort zu "erden" und dann werden die Lichter verteilt. Langsam erstrahlt die Höhle in einem warmen, orangen Kerzen- und Fackellicht. RĂ€ucherschwaden erfĂŒllt die Halle - es liegt etwas heiliges in der Luft.
Nach erklĂ€renden Worten zu Samhain und der Bedeutung dieses Landschaftstempels ertönen die Trommeln und Rasseln und GesĂ€nge. Die Akkustik gleicht einer Kirchenkathedrale. Wir nehmen die Kraft des Ortes in uns auf und verbinden uns, mit der Anderswelt. Als es still wird, fĂŒhle ich mich eins mit den Wesenheiten dieser Höhle. Die Gesichter der Besucher zeigen Kontemplation und innere Einkehr. Ob sie auch Dialog mit ihren Ahnen fĂŒhren wie ich? Oder das vergangene Jahr vorbei ziehen lassen?
Lange herrscht Schweigen bis ich daran erinnere, dass wir auch zum feiern hierhergekommen sind. Und nachdem am Felsaltar einige Speiseopfer erbracht wurden, gibt es auch fĂŒr uns eine kleine StĂ€rkung. Es folgen GesprĂ€che und Höhlenseeerkundungen.
Das klare und krÀftige Wasser vom nahegelegenen Quellsee wird von manchen noch genossen, bevor wir wieder aufbrechen und uns wieder dem Zauber der Dunkelheit ergeben.
Und als ich noch allein mit Markus zu FĂŒĂŸen des Höhlenportals stehe und fĂŒr die schöne Feier danke - die Hauptgruppe hat sich bereits in den "Zauberwald" aufgemacht - da entdecke ich in der Dunkelheit neben "Bruder Baum", dem Genius Loki, eine Blume der Nacht:
eine ungewöhnliche Pflanze, krĂ€ftig und hochgewachsen, weiß leuchtend - ich traue meinen Augen nicht und fotografiere sie. Ein Geschenk zum Ende einer besonderen Feier? Ich sehe mir die Aufnahme an und glaube wieder meinen Augen nicht zu trauen.... doch seht selbst:
Vielleicht habt ihr EindrĂŒcke, die ihr mir mitteilen könnt. WĂŒrde mich interessieren.
Übrigens - ich habe 2 Fotos von der Pflanze. Bei dem ersten ist nur die Blume zu sehen und beim zweiten erst das andere. Markus fotografierte ebenfalls die Blume - ohne Besonderheiten.
Übrigens: das Eingangsfoto zur Website sowie mein Maillogo sind beide in dieser Höhle entstanden.
Eine Teil der Samhaingruppe begab sich dann noch zur Nachfeier in ein Gasthaus.
Und ab demnĂ€chst wird das sonntĂ€gliche Trommeln fĂŒr Mutter Erde beginnen - an diesem Kraftort: im Bauch von Mutter Erde.