Alpenschamanisches auf der Alm 

Der Wetterbericht ließ ja nichts Gutes ahnen, aber diesmal sollte das Wochenende bei jedem Wetter stattfinden - und außerdem hatte ich alle Besucher gebeten, die Wettergeister milde zu stimmen. Und was dann passierte, war schon fast irreal...
Freitag Morgen lachte die Sonne in meine Wohnung und der Ruf des Habichts ertönte über dem nahen Wald  - ich hatte Urlaub genommen, um den Freitag als Almwochenend-Tag bereits von Anfang an geniessen zu können. Und im Tagesverlauf zeigte der Föhn bzw die Wettergeister, was er/sie kann/können:. Es war wolkenlos und sehr warm und die Fahrt mit dem Alm-Neuling wurde ein Beinahe-Sommererlebnis, das wir mit einer Zwischenstation am Haiderhof begannen, um an einem Kraftort an der Saalach ersten Kontakt zu den Spirits herzustellen. Und die "Zu-fälle" schienen hier sofort zu wirken. Ein weiterer Almbesucher - Detlev aus Ebersberg - meldete sich per Handy, dass er auch gerade unterwegs zur Alm sei und "zufälligerweise" gerade ganz in der Nähe pausierte. Kurze Zeit später saßen wir gemeinsam beim Haiderhof, bei dem gerade ein Schamane (Running Wolf) seine Zelte nach einem Schwitzhüttenritual abgebaut hatte und dem wir "zufälligerweise" dann noch über den Weg liefen. Im "Konvoi" fuhren wir weiter nach Saalbach.P1010140
Beim Unterreithof fanden sich dann all jene ein, die dann das ganze Wochenende zusammenblieben. Und Detlev stellte tief bewegt fest, dass der Hof überhalb der Wiese lag, wo er vor gut einem Jahr zu einer Fast-Notlandung mit dem Segelflieger gezwungen war, die nur deswegen glimpflich ablief, weil ein "himmlischer Fingerzeig" ihm den einzigen Landenplatz zeigte. Sollte er hier noch was aufzuarbeiten haben?
Die Alm-Christine war schon seit Nachmittag auf der Herzalm, um alles vorzubereiten und Förster Helmut beförderte mit seinem geländegängigen Auto das Gepäck nach oben,   während wir in der Dämmerung langsam hinaufstiegen. Schon beim Anstieg wurde telefonisch ein technischer Notfall gemeldet, der mitten auf dem Weg zu einem schamanischen Ritual führte und kurz drauf nach telefonischer Bestätigung als gelöst mitgeteilt wurde. Sollte dieses Wochenende unter einem reinigenden oder lösenden Zeichen stehen? Vieles deutete daraufhin. Schließlich mußten 4 angemeldete Besucher wegen Krankheit absagen und hatten mit ihrer Genesung genug zu tun.
So waren wir diesmal "nur" zu neunt, hatten daher aber auch genügend Platz, um uns in der Alm "ausbreiten" zu können.
In fast völliger Dunkelheit erreichten wir die Alm und schon draußen wurden wir herzlich empfangen von Christine, die eingeheizt hatte und die Herzalm in gelb-organes Kerzenlicht getaucht hatte, um sie energetisch auf die bevorstehenden Erfahrungen vorzubereiten. Wir zogen vorbereitete indianische Tarot-Karten, die unser Thema für diese zeit sein sollte. Und mein Thema war die FREUDE...
Das Wochenende war wieder ohne Programm angeboten und sollte von der Spontanität und dem Austausch mit den Elementen geprägt sein.
In der Nacht stürmte und gewitterte es und manch einer hatte nur wenig Schlaf bekommen, doch der Morgen präsentierte bereits eine alpine Herbststimmung, die uns alle auf jenen besonderen Samstag einstimmte. Helmut hatte anhand des Maya-Kalenders die Bedeutung dieser 3 Tage erklärt und der Samstag sollte demnach ein Tag der Magie und der Schamanen (!) sein, geprägt vom Element Luft und der Zahl 9 (wir waren zu neunt!
Die Nebelgeister machten bald dem Sonnengott Platz und nach einer erfrischenden Reinigung am Brunnen, einem üppigen Spezialfrühstück von Christine und einem kräftigenden Morgenritual stiegen wir hinauf in die Bergwelt. Je höher wir kamen, desto sonniger und wärmer wurde es. Wir stiegen ziellos ohne Weg über die steilen Almwiesen hinauf, stärkten uns zwischendurch an den unzähligen Heidelbeerfeldern,  bis ein kraftvoller Platz zu einem Ritual einlud, wo Gesänge, Rasseln und Gebete ertönten und Weihrauchwolken über die Wiese zogen. Helmut lud uns spontan zu einer Baumerfahrung ein. Knapp unterhalb der Gipfelregion hatten wir den geeigneten Platz dafür gefunden und was dann folgte, war für viele ein magisches Erlebnis mit Baumwesenheiten - etwas, was sich tief in unser Herz verankerte und uns mit derHeiligkeit von Mutter Erde verband. Am Himmel zeichnete sich danach ein weisser Wolken-Adler ab. Solche Resonanzphänomene wiederholten sich dieses Wochenende sehr häufig...
Zurück bei der Alm hatte Christine inzwischen eines ihrer sagenhaften Mittagsmahle zubereitet. In ihren Speisen spürt man ihren spirituellen Weg der Essenszubereitung, schmeckt ihr Lachen und riecht ihr Herz - es ist ein ebenso magisches und zugleich sinnliches Erlebnis. Danach verdauten und ruhten wir in der wohligen Sonne vor der Alm oder genossen ihre ruhigen Schlafplätze im Inneren. Und mit dem Vorbereiten des Feuerplatzes und dem Feuerholzsammeln bekamen wir schließlich wieder Bewegung.
Bis zum Abend baute sich eine gespannte aber freudige Erwartung auf. Gymnastik auf der Almterrasse und eine anschließende Wahrnehmungsübung zentrierten und erdeten uns für den bevorstehenden Abend. Helmut beschenkte uns mit einer indianischen Gedicht-Lesung und Räucherwerk aus eigenem Anbau, informierte über das keltische Mabon-Herbstfest und sprach im Sinne und Zeichen der spirituellen Einheit über die ähnlichen Wege von Buddha und Franz von Asissi. Christine lies uns an ihrer Lebensgeschichte teilnehmen und an ihrem Weg zur Heilerin und ich selber war von Dankbarkeit und Freude ergriffen und lud ein, den Weg über die Almwiese vorbei am Medizinrad hinauf zum Feuerplatz zu gehen, um dort oben in einem letzten Ritual LOSZULASSEN, WEITERZUGEHEN und den SPIRITS ZU DANKEN.                                         
Die Dunkelheit begleitete uns - wurde unsere Verbündete - und führte uns zunächst zum Licht des Medizinrads an dem die Trommeln erklangen und wir uns mit der Kraft des Kreises verbanden und sangen. Dann stiegen wir weiter - hoch zum Feuerplatz. Wir spürten, dass die Arbeit des Tages im Feuerritual ihren Abschluss finden sollte. Und dabei wurde Hans zum tragenden Feuermann, der mit seiner Beharrlichkeit und seinem inneren Feuer es trotz widriger Umstände - nasses Holz und einsetzender Regen - es schaffte, die Feuergeister herbeizuholen. Die Regengeister zogen sich wieder zurück und das Feuer loderte erneut auf der Almwiese über der Herzlalm empor. Wieder schwollen Trommel- und Rasselklänge hoch über dem Saalbacher Tal empor, begleitet von rhythmischen Gesängen, dem Gayatri Mantra und den dunklen Tönen von Helmuts Waldhorn.
Diesmal hörte ich mein Krafttier aus den Tiefen des nahen Bergwaldes - ein vertrautes Röhren, das mich in Einkehr brachte.
Und dem Feuer wurden zum Schluß unsere Gedanken in vielfältiger Weise übergeben, um sie zu reinigen, zu stärken und weiterzutransformieren.
Bis in die frühen Morgenstunden feierten wir ausgelassen das Erlebte und Erfahrene. Der letzte Tag stand im Zeichen der Harmonie.
In den letzten Nachtstunden reinigte wiederum der Regen die Luft, aber schon in den frühen Morgenstunden blinzelte die Sonne durch die Wolken und die Nebelgeister tanzten ausgelassen durch das Tal. Wir standen jedoch im warmen Sonnenlicht und der Nebel züngelte über unser Almwiesen ohne uns Kälte spüren zu lassen.                                          
Ein letztes Mal ertönten die Trommeln am Medizinrad bevor uns der Abstieg ins Tal wieder in die alltägliche Wirklichkeit zurückführte.
Wie sagte doch Helmut während dieses Wochenendes einmal: "was brauchen wir unsere keltischen Wurzeln, wenn wir doch unser Almchristine haben!"
Die Zukunft der Almarbeit und alpenschamanische Visionen wurden konkretisiert - laßt euch überraschen!
Ein herzliches Dankeschön an die Wettergeister, an all die wohlgesinnten Spirits und an den Engel vom Pinzgau.