Feuer in den Alpen

Schon in der Frühgeschichte der Bewohner des Alpenraums hatten Berggipfel große Bedeutung als Wacht-, Warn-, Signal- und Feuerzeichenorte. Die zahllosen Namen wie Feuerpalfen, Rauchenbühel, Signalkopf, Lichtenberg, Sonnwendjoch, Tennnengebirge (keltisch “Teine”= Feuer, brennen), Falkenstein, Vögeltenn (keltisch “Fagl”=Fackel), die auch Inge Resch-Rauter in ihrem Buch “Unser keltisches Erbe” aufführt, sind dafür Beispiele. Hier wurden Zeichen mit dem Feuer und dem Rauch gesetzt, hier wurde über das Tal gewacht und hier wurden auch rituelle Feuer zu den Sonnwendzeiten entzündet.
Die Notwendigkeit über die Täler zu wachen und/oder Feuerzeichen zu geben ist heutzutage nicht mehr gegeben. Seit 1988 lebt diese Idee unter ökologischen Aspekten als Mahnfeuer im August wieder auf.81023007_1215146315341627_4028715379898449920_o
Mit diesen weithin sichtbaren Höhenfeuern wird alljährlich ein eindrückliches Zeichen gesetzt für die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes sowie gegen die Zerstörung des Oekosystemes Alpen. Stichworte: Transitverkehr, Pumpspeicherseen, harter Massentourismus, Waldsterben, bedrohte Berglandwirtschaft und Kulturlandschaft, Zerstörung der Lebensräume für Mensch und Tier, Luft- und Wasserverschmutzung. Höhenfeuer sollen Mut machen sich für eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen zu engagieren.
Die von Wien bis Nizza lodernden Höhenfeuer sind ein Zeichen der Solidarität zwischen den Alpenländern und -regionen, zwischen den Menschen aus den städtischen Agglomerationen und der Alpenbevölkerung. Die Höhenfeuer stehen als Symbol, dass die Belastungen der Umwelt und die Bedrohungen der kulturellen Eigenarten nicht Halt machen vor den Grenzen. Höhenfeuer sollen auf die Einmaligkeit der Alpen aufmerksam machen, sollen ein Zeichen setzen für ein Europa der Regionen, für die Alpen als eigenständige, aber auch integrierte Region. (siehe www.feuerindenalpen.org)

Zum Beginn dieser alpinen Aktion war der Begriff Klimaveränderung noch unbekannt...
Das Element Feuer ist für die ÄlplerInnen wieder zu einem Instrument ihres Protestes und ihrer Naturverbundenheit geworden. Sie mahnen, feiern - und bewahren.