Wimbachgries bei Ramsau (Berchtesgaden)
Anfahrt:
von Bad Reichenhall über die B 20 und B 305 nach Ramsau
Ausgangspunkt:
Wanderparkplatz (gebührenpflichtig) an der Wimbachbrücke im Ramsauer Tal
Zeitbedarf (Etappen):
ca. 6 Std. (insg. 18 km)  
Wimbachbrücke - Wimbachschloß 1 1/2 Std.;  Wimbachschloß - Wimbachgrieshütte 1 Std.                                                                             
Besonderes:
eindrucksvolle Kulisse von Hochkalter, Steinernes Meer, Watzmann;
Geologie der Klamm (Juragesteinsschichten); Geologie des Gries;
die Adlerwand kurz vor dem Wimbachschloss (Adlerbeobachtung)
Einkehrmöglichkeit:
Gasthäuser an der Wimbachbrücke; Wimbachschloß; Wimbachgrieshütte

Eine schöne, nicht allzu anstrengende Kraftplatztour zum Erwandern ist der Weg in das Wimbachtal. Dieser wirklich abwechslungsreiche Weg führt zunächst durch die Wimbachklamm (man kann allerdings die Klamm auch links liegen lassen), dann durch das noch sehr grüne weite Tal am wild rauschenden Bach entlang und schließlich durch die Schotterwüste bis zum Talende. Der Start ist meist am großen Parkplatz an der Wimbachbrücke (634 m).
Zunächst folgt man den Wegweisern zur Klamm, die nach ca. 15 min erreicht wird. Wer noch nicht in der Klamm war, sollte diese gebührenpflichtig durchqueren (30 min), es lohnt sich. Auf massiven Stegen geht es in die Klamm hineien. Mit Macht schießt der Wimbach zwischen den steilen Klammwänden hindurch.P1010099
Aber auch von oben kommt das Wasser; fällt wie Schleier über Kaskaden ; rinnt in schmalem Guß über moosbewachsene Felsen; Sonnenlichtspiele am grünlichen Gewänd... Während vieler Tausende von Jahren hat sich das Wasser seinen Weg durch die harten Dachsteinkalkschichten gebahnt, hat es diese Klamm modelliert.aan der dritten Brücke.
Man kann allerdings auch auf dem Fahrweg oberhalb der Klamm das Eintrittsgeld sparen und kommt am oberen Ende der Klamm wieder an den Wimbach. Hier eröffnet sich ein herrlicher Blick in das gegen die Berge führende Tal. Bei Sonne heben sich die grauen Felsen stark gegen den blauen Himmel ab. Schön ist es, sich auf einen Felsen an den Bach zu setzen und dem immer sehr geräuschvoll fließenden Wasser zuzuschauen. Man kann den Bach auch durchwaten, aber dabei hat schon manch einer nicht nur nasse Füße bekommen. Weiter geht's dann am Wasser entlang, bis man auf eine den Wimbach verdeckende Geröllschicht stößt. Wenn man dieses Feld betritt, kann man sehen, wie der Wimbach, der unterirdisch bis hier geführt wird, an allen Stellen aus den Steinen hervorquillt.
Der Weg zum Wimbachschloß (936 m) verläuft ab hier durch den Wald, was im Sommer ganz angenehm sein kann. Man ist von der Klamm ca. 45 min unterwegs, wenn man das bewirtschaftete Schloß erreicht. Man darf sich darunter aber kein Märchenschloß vorstellen. Es steht dort ein ganz normales Wirtshaus (früheres Jagdhaus aus der Zeit der fürstpröbstlichen Hofjagden).
Viele Wanderer haben hier bereits den Endpunkt ihrer Wanderung erreicht. Darum ist es meist etwas voller an diesem Ort. Man sitzt dort quasi zwischen Watzmann auf der Ostseite und Hochkalter auf der Westseite.Nach einer Erfrischung geht's dann weiter.
Der Wald ist zu Ende, meist läuft man nun durch leichten Baum- und Buschbestand. Auch wenn man es nicht so direkt merkt, es geht stetig aufwärts. Und der Weg wird auch felsiger. Wenn dann der riesige Schuttstrom im oberen Wimbachtal überquert wird, trifft man wieder kurzzeitig auf höheren Baumbestand mit einer Schutzhütte, die einem vielleicht bei Regen etwas Schutz gewähren kann. Im Juli / August läuft man dann durch ausgedehnte Flächen mit Alpenrosen (Almrausch). Und wenn man schließlich in einem ziemlich scharfen Linksknick wieder in das Schotterfeld des Wimbach einmündet, kann man vor sich plötzlich das graue Blechdach der Wimbachgrieshütte (Übernachtungsmöglichkeit!) sehen.
Der Weg vom Schloß bis zur Grieshütte dauert ca. 60 min. Und wenn man dann an der Hütte sitzt, etwas ißt oder trinkt, kann man sich in Ruhe den Watzmann von "hinten" ansehen, man sitzt direkt am Südhang des Berchtesgadener Wahrzeichens.
Von Kirche und Häusern haben wir nun 2 Möglichkeiten abzusteigen. Ostwärts verläuft der Gatterlsteig (Wegweiser) und nach Südosten ein Pfad über die Wiesen des Almberges , den wir einschlagen. Ab der Mischwaldgrenze wird der Pfad steiler und etwas schroffig. In Kehren hinunter bis oberhalb der Hammerstielwand, wo der Weg scharf nach links abbiegt (Vorsicht mit Kindern: die Wand bricht rechts sehr steil ab). Durch den Wald (Ruhebänke) ist man dann rasch wieder im Tal. Hier beim Hammerstielgehöft gehen wir dann südwärts zurück zur Zufahrtsstraße von der Bundesstraße und zu den Gasthäusern am Klammeingang. Hier läßt es sich noch einmal gut rasten und vielleicht findet man ja auch noch ein nettes Souvenier mit den blankpolierten Marmorkugeln.

Geschichtliches:
Tiefe Schluchten hat der Almbach eingegraben und auch das harte Gestein wurde durch mitführendes Geröll so lange ausgehöhlt und ausgewaschen, bis das Wasser das Tal erreicht hat. Bayerische Pioniere aus Ingolstadt bauten 1894 innerhalb eines Monats den Weg durch die 3 km lange Klamm, wobei das Gefälle von ca. 200 m zwischen der Theresienklause und dem Ende der Klamm mehr als 320 Stufen, einen Tunnel, 168 m Nischenweg und 29 Brücken erforderlich machte. Dieser Weg durch die Almbachklamm ist gut gesichert und begehbar und führt abwechselnd an den Ufern des Almbachs entlang. Durch die Almbachklamm wurde bis 1963 auch Holz getriftet. Dabei ist Nutz- und Brennholz bis zu einer Länge von 4,50 m durch das enge Bachbett befördert worden. Zu diesem Zweck erbaute man von 1834 - 1836 am oberen Teil der Klamm eine 14 m hohe, 6 m breite und 17 m lange Staumauer, die man zu Ehren der bayerischen Königin Therese, der Gemahlin Ludwig I. "Theresienklause" nannte. Hinter dieser Staumauer konnten bis zu 15.000 qm Wasser aufgestaut werden, die beim Öffnen des Schleusentors mit einem gewaltigen Schwall das in die Klamm geworfene Holz mitrissen. Am unteren Ende der Almbachklamm beim Gasthaus "Kugelmühle" diente der Steg als Auffangrechen für das angeschwemmte Holz. Dort befindet sich auch seit über 300 Jahren die letzte Marmorkugelmühle Deutschlands. In den Jahren 1989-1990 wurde das Bachbett neu gepflastert und der Fangrechen zur gleichen Zeit mit der Brücke neu errichtet. Während der obere Teil der Almbachklamm noch einigermaßen breit ist, wirkt die Schlucht nach dem zierlichen "Sulzer-Wasserfall", der aus 114 m Höhe über die Felsen stürzt, beengend. Oft ist das Bachbett nur zwei bis drei Meter breit. Von den darüberführenden Holz- und Eisenstegen kann man den tiefen Grund des Almbaches sehen und in den ausgehöhlten Gumpen tummeln sich in dem klaren Gebirgswasser muntere Forellen. Aber auch der Botaniker und Blumenfreund kommt voll auf seine Rechnung, denn an den Hängen aus Mischwald ist fast die gesamte Alpenflora vertreten. Es ist jedoch streng verboten, diese geschützten Blumen zu pflücken. Die 2,5 km lange Almbachklamm gehört mit ihren Wasserstürzen zu den schönsten und wenigen noch erhaltenen wildromantischen Schluchten in den Bayerischen Alpen. Der Besuch der Almbachklamm ist ein besonderes Naturerlebnis.

Geomantie der Almbachklamm:
Die  Almbachklamm gehört nicht nur zu den landschaftlich schönsten Klammen des Alpenraums, sie ist auch geomantisch äußerst interessant und attraktiv:
In ihrem Umfeld  finden wir bedeutende Wallfahrtskirchen.
Oberhalb des Klammausläufers, im Norden liegt Maria  Ettenberg. Der Kraftort läßt sich allerdings außerhalb der  Kirche, bei den Steinplatten und der Linde mit seiner Ruhebank lokalisieren. In  der Kirche finden wir Bilder der Drei Bethen.
Um Maria Gern im Süden - von der Klammmitte aus gesehen - rankt sich ebenso wie  um Maria Ettenberg die wundersame Geschichte von einem Muttergottesbild, einem Gnadenbild, das zu jenem Kultplatz ”gewandert“ sein soll und damit den späteren  Kirchenbau begründet hat.
Der Ettenberg selber breitet sich unterhalb der legendären Mittagsscharte aus. Auf seiner Höhe finden wir gewaltige Spaltfelsen, die in früheren Zeiten meist zu den heilbringenden Durchkriechbräuchenbenutzt  wurden. Nicht zuletzt gibt es dort Hinweise auf eine Niederlassung (Komturei) des Templer-Ordens und sogar der Heilige Gral soll dort, in einer der zahlreichen Höhlen des mächtigen, darüber thronenden Untersbergmassiv zu finden sein.
In den letzten Jahren nahmen die Berichte über die heilende Kraft einer Quelle im Bereich der  Almbachklamm zu. Dort, wo auch am 14. August die jährliche Untersbergwallfahrt eine ihrer Stationen hat, bei der sogenannten Irlmaier-Madonna,scheint unser  heiliger Berg “dasHerzchakra der Erde” - ein besonderes Lebenselixier aus seinem Innersten zu verschenken.
Diese Quelle in  der Bergwildnis besitzt eine magische Anziehungskraft. Sie gehört “statistisch gesehen“ zu den meistbesuchten Kraftorten unserer Bioregion und vielleicht sogar des Alpenraums. Und das, obwohl der Weg zu ihr (bewusst) nicht erhalten wird und nicht für jedermann/-frau zu finden ist.
Im Berchtesgadener Heimatkalender 2007 beschreibt Hagen Böhnisch, die fast unglaubliche  Geschichte, jener Madonnenstatue und ihren Weg an die Heilquelle. In der Ausgabe 2008 erscheint auszugsweise die Botschaft des Untersbergs, des Berges des Lichts.